Wiesbaden, Haus der Heimat, 18. Februar bis 24. März 2005

Die Ausstellung ist zweisprachig, deutsch und tschechisch.
Die Wanderausstellung "Gregor Johann Mendel" kann kostenlos entliehen werden.

Informationen bei:
Fridolin Scholz, Landschaftsbetreuer-Kuhländchen, Silcherstr.7, D-69257 Wiesenbach
Tel. 06223/970316, Fax 06223/970311
eMail: kuhlaendchen@kuhlaendche.de

 

Gregor Johann Mendel ist einer der berühmten Söhne des viel weniger bekannten Kuhländchens, einem Landstrich im nördlichen Mähren und südlichen Sudetenschlesien. Als Mendel 1822 geboren wurde, war ihm der spätere Ruhm nicht in die Wiege gelegt. Ein Unfall seines Vaters zwang zur Aufgabe des elterlichen Bauernhofes, die Ausbildung des begabten Sohnes überstieg die nun beengten Finanzverhältnisse. Johanns Schwester Theresia verzichtete auf einen Teil ihres Erbes und eröffnete ihm damit den Weg zu einer fundierten Ausbildung. Gregor Mendel hat ihr dies nie vergessen und seinerseits ihren Söhnen das Studium ermöglicht.

Mendel trat 1843 dem Augustinerorden in Brunn bei. Das Kloster war ein Hort der Wissenschaft und Forschung, die ideale Umgebung für den wissbegierigen jungen Mann. Das Wissen von der Vererbung war zu seiner Zeit vage und weitgehend spekulativ. Mendels großes Verdienst war es, mit systematischen Versuchsreihen und exakten Beschreibungen Gesetzmäßigkeiten festzustellen. Ohne es so zu benennen, entdeckte er die Existenz der Gene. Doch die Zeit war noch nicht reif für Mendels Erkenntnisse, seine Forschungen wurden nicht rezipiert.

1868 wurde Mendel zum Abt und Prälaten des Augustinerklosters gewählt und beendete seine wissenschaftlichen Forschungen weitgehend. Bis zu seinem Tod 1884 war er stark von den politischen und gesellschaftlichen Verpflichtungen seines neuen Amtes beansprucht.

Erst im Jahr 1900 stießen zeitgleich und unabhängig voneinander drei Wissenschaftler auf seine Arbeiten und erkannten ihren Wert. 1909 wurde der Begriff "Gen" für die Mendelschen "Merkmale" eingeführt, 100 Jahre nach Mendels Tod wurde die chemische Natur des Gens, die DNA nachgewiesen. Heute werden in die Genetik große Hoffnungen gesetzt; zugleich aber ruft sie wie kaum eine andere Wissenschaft zahlreiche Ängste hervor. Vom Umgang des Menschen mit der neuen Fähigkeit zur Genmanipulation wird das Schicksal von Millionen abhängen.

Da kann es durchaus hilfreich sein, sich an den bescheidenen Mönch zu erinnern, der am Anfang dieser neuen Wissenschaft stand und sich zu fragen, wie er zu den aktuellen Entwicklungen stehen würde.

Das Geburtshaus Mendels in Heinzendorf/Vrane steht noch. Eine tschechisch-deutsche Stiftungsinitiative hat das Haus nun gekauft, ein kulturelles Zentrum für die Region soll dort entstehen. Das Haus soll eine Ausstellung über das Kuhländchen und eine über Gregor Mendel beherbergen, darüber hinaus aber Platz bieten für Sonderausstellungen und für Veranstaltungen, von Konzerten bis zu Diskussionsrunden.

Siehe auch: Das Kuhländchen - Geschichte, Land und Leute