Pommern

Geschichte

Viele junge wie auch ältere Deutsche wissen mit dieser Bezeichnung nichts mehr anzufangen. Dabei lässt sich Pommern durchaus darstellen und beschreiben, genau wie andere deutsche Länder auch. Schließlich handelt es sich nicht um ein weit entferntes Land in einem anderen Erdteil, sondern um eine seit 1181 mit dem Reich verbundene deutsche Provinz, deren Hauptstadt Stettin nur 300 km von Lübeck entfernt liegt. Eine Provinz, die sich mit ihrem 550 km langen Küstenstreifen an der südlichen Ostseeküste entlang zieht und deren Name sich vom wendischen "po morje" ("am Meer") herleitet.

Seinen deutschen Charakter erhielt Pommern durch die Siedler, die mit Beginn der Klostergründungen (ab 1153) friedlich ins Land kamen. Sie stärkten die Wirtschafts- und Wehrkraft der wendischen Herzöge gegen die Macht der polnischen Piasten und gründeten in den 120 Jahren zwischen 1234 und 1354 den Großteil aller pommerschen Städte. Plattdeutsch wurde Umgangs-, teilweise auch Amtssprache. Die Einführung der Reformation in Pommern 1534 und die Gegenreformation in Polen ab 1587 führten zu einer weiteren wesensmäßigen Abgrenzung der Bewohner beider Länder.

Einen tiefen Einschnitt brachte der 30jährige Krieg (1618-1648), der die Bevölkerung Pommerns auf weniger als die Hälfte reduzierte. Vorpommern kam unter schwedische Herrschaft, blieb jedoch weiterhin unter deutschem Recht, da die Königin von Schweden zugleich deutsche Reichsfürstin war. Hinterpommern fiel nach dem Aussterben des pommerschen Herzogshauses an Brandenburg und sollte dann in der Folge ein preußisches Kernland werden, das nach der ersten Teilung Polens (1772) durch die Vergrößerung Preußens fast 150 Jahre lang keine direkte Grenze zu Polen hatte. Erst nach 1918 wurde Pommern durch den "Korridor" wieder Grenzland zu Polen.

Nach 1945 wurde das östliche Pommern mit Stettin und Swinemünde unter polnische Verwaltung gestellt und die deutsche Bevölkerung völkerrechtswidrig vertrieben. Vorpommern wurde Teil der sowjetischen Besatzungszone und später drei neu zugeschnittenen Verwaltungsbezirken der DDR zugeordnet. Damit verschwand die Landesbezeichnung "Pommern" in der DDR. Am 9. November 1989 bricht die Berliner Mauer unter dem friedlichen Druck der vom Freiheitswillen ermutigten Bürger der DDR zusammen. Vorpommern und ganz Mitteldeutschland werden frei. Die Bewegung zur Wiedervereinigung ist in Gang gesetzt. Ab der Vereinigung werden die Kontakte nach Stettin und Hinterpommern zur deutschen Minderheit über Vorpommern als Brücke intensiviert. Erwähnt werden muß hier auch das Jahr 1996, in welchem die Stiftungsgenehmigung für das Pommersche Landesmuseum in Greifswald erteilt wird und das Jahr 1998, in dem die Pommersche Landsmannschaft 50 Jahre existiert.

Wirtschaft

Das Rückgrat bildete die Landwirtschaft (in ihr war am 17. Mai 1939 1/3 der Gesamtbevölkerung tätig). Flächenmäßig war Pommern die viertgrößte Provinz des Deutschen Reiches. Mengenmäßig lieferte es u.a. an Roggen 13 %, an Hafer 10 %, an Kartoffeln und Zuckerrüben jeweils 12 % und an Kohlrüben 27 % der deutschen Ernte. Bei einer Eigenbevölkerung von 2,3 Mio. Menschen konnte es darüber hinaus 12,4 Millionen Menschen mit Kartoffeln versorgen.

Bevölkerung

Am 17. Mai 1939: 2.393.844 Einwohner, davon waren 89,7 % evangelisch, 6,9 % römisch-katholisch und 3,4 % gehörten sonstigen Religionsgemeinschaften an.
1939 war Pommern in drei Regierungsbezirke, Stettin, Köslin und Grenzmark Posen-Westpreußen eingeteilt. Die Hauptstadt Pommerns und die viertgrößte deutsche Stadt war Stettin (405.000 Einwohner).

Auszüge aus “Pommern gestern - heute und morgen”
Herausgeber: Pommersche Landsmannschaft Zentralverband e.V.
Autor: Manfred Vollack (+)
Travemünde, 1998
Hier mit Genehmigung von: www.pommersche-landsmannschaft.de