Schlesische Ostereier und Osterbräuche

Ausstellung im Haus der Heimat in Wiesbaden
26. Februar - 9. April 2016

 

Rund ums Ei

Das Ei gilt als Symbol des Lebens, der Fruchtbarkeit und der Erneuerung. Außerdem entspricht seine Form keiner geometrischen Form. So ist das Ei etwas ganz Besonderes. In Mythologie, Religion, Kunst und Brauchtum, aber auch in vielen Kochrezepten, spielt das Ei eine Schlüsselrolle.

Weltweit verbreitet ist der Brauch, zu Ostern Eier kunstvoll zu verzieren und zu verschenken. Dieser alte Osterbrauch heidnischen Ursprungs wurde später mit dem christlichen Osterfest verbunden. In Oberschlesien lässt sich das Verzieren von Ostereiern bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen. Noch heute ist dort das kunstvolle Verzieren von Ostereiern sehr lebendig.

Parallel zur Osterei-Schau in Ratingen präsentiert das Oberschlesische Landesmuseum die beliebte Osterei-Ausstellung vom 26. Februar bis zum 9. April 2016 im Haus der Heimat in Wiesbaden.

Zu sehen sind dort kunstvolle Ostereier aus Oberschlesien in der für die diese Region typischen Kratz- oder Gravurtechnik. Dabei wird das jeweilige Muster aus der einfarbig getönten Oberfläche des Eis herausgekratzt, wodurch zarte, an kostbare Spitze erinnernde Muster entstehen. In dieser Methode verzierte Ostereier werden "Kroszonki" genannt. Viele Ostereier aus Schlesien weisen solche Muster auf - je feiner und zarter die Mustergestaltung, desto schöner das Ei. Für die Gravurtechnik sind verschiedenste Ritz- und Schabeinstrumente wie Rasiermesser und spezielle Klingen geeignet, mit denen man unterschiedlich breite Linien und feinste Ornamente erzielt.

In der Ausstellung werden zudem das Osterfest und typisch schlesische Osterbräuche anschaulich präsentiert. Wer wissen möchte, was es mit dem "Nassen (Oster-)Montag" oder mit dem Judasstürzen auf sich hat und warum Kirchgänger am Palmsonntag von ihren geweihten Weidensträußchen auch ein paar Palmkätzchen essen, findet Antworten in dieser Ausstellung.

Während der Laufzeit der Ausstellung werden handbemalte Ostereier zum Verkauf angeboten.
Montag bis Freitag, 14 - 19 Uhr, Samstag 10 - 14 Uhr


Parallel zu der Ausstellung in Wiesbaden läuft auch:

Ostereier und Osterbräuche
in Schlesien und der Ukraine

Oberschlesisches Landesmuseum in Ratingen (Hösel)
21. Februar - 3. April 2016

Die siebte Osterei-Schau des Oberschlesischen Landesmuseums entsteht in Zusammenarbeit mit dem Verein Ukrainisches Haus in Düsseldorf. Somit geht der Blick diesmal über die Grenzen Schlesiens und Polens hinaus in die benachbarte Ukraine. Gezeigt werden rund 200 prachtvoll gestaltete ukrainische Ostereier. Es sind Kopien von Originalen, die sich im Osterei-Museum in Kolomyia befinden. Mit mehr als 10.000 Exponaten zählt es zu den Hauptsehenswürdigkeiten der westlichen Ukraine.

In der Gegenüberstellung mit schlesischen Ostereiern aus eigener Sammlung lassen sich gemeinsames Brauchtum und länderspezische Unterschiede bestens vergleichen. In der Ukraine werden die Muster mit Wachs auf die Eier gezeichnet und diese nach und nach in verschiedenen Farbtönen überfärbt. So entstehen wahre Kunstwerke, die in der Landessprache „Pysanky“ (die Beschriebenen) heißen. Der Gestaltung liegen Muster aus geometrischen Elementen, Tieren oder Pflanzen zu Grunde. In der Ukraine gibt es 24 Regionen und jede hat ihre eigenen Muster. Farben und Formen haben symbolische Bedeutungen und alten Legenden nach auch magische Kräfte. So sollten die geschenkten Ostereier Glück bringen. Diese Bedeutung hat sich bis heute erhalten. In der Osternacht werden die Ostereier vom Priester geweiht.

Die Ausstellung ermöglicht Einblicke in die ukrainische Volkskultur, deren Ursprung in die vorchristliche Zeit zurückgeht und die ihre Aktualität bis heute bewahrt hat.

Dienstag bis Sonntag, 11 - 17 Uhr
Geschlossen: 25.-26.3.2016, Geöffnet: 27.-28.3.2016


Februar 2016