Traditionelles Neujahrsgespräch in der hessischen Staatskanzlei

Informationsaustausch von Vertretern des BdV-Landesverbandes Hessen mit Ministerpräsident Volker Bouffier

Vorstandsmitglieder des hessischen Landesverbandes des Bundes der Vertriebenen (BdV) sowie Vertreter der angegliederten Landsmannschaften trafen sich am 19.02.16 auf Einladung des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier in der hessischen Staatskanzlei zum jährlichen Informationsaustausch. Bei dem Gespräch waren auch die Staatsminister Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz (Kultusministerium) und Stefan Grüttner (Ministerium für Soziales und Integration) sowie Margarete Ziegler-Raschdorf (Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler), Hans-Jürgen Irmer, MdL und Vorsitzender des Unterausschusses für Heimatvertriebene, Aussiedler, Flüchtlinge und Wiedergutmachung im Hessischen Landtag, Ulrich Caspar, MdL, und Staatssekretär Michael Bußer, Sprecher der Landesregierung, zugegen.

Ministerpräsident Bouffier lobte bei seiner Begrüßung die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Vertriebenenverbänden mit deren Landsmannschaften und der hessischen Landesregierung: "Wir sind in vielen Fragen unserer gemeinsamen Arbeit recht gut vorangekommen." Dabei erwähnte Ministerpräsident Bouffier die auf Bundesebene einmalige Beschäftigung einer hessischen Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, die dieses Amt mit "viel Engagement und Herzblut" ausführe, die Beteiligung im Rundfunkrat, die Ausrichtung eines eigenen hessischen Gedenktages für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation, den Vertriebenentag im Rahmen des alljährlichen Hessentages, den Hessischen Preis für Flucht, Vertreibung, Eingliederung, die jährliche Veranstaltung zum zentralen Tag der Heimat sowie Fortentwicklungen zum Thema von Flucht und Vertreibung in schulischen Lehrplänen zum Fach Geschichte.

"Es ist mir ein persönliches Anliegen, die schulische Vermittlung dazu zu stärken und zu fördern, - und in der Tat konnten wir im letzten Jahr ziemlich viel auf den Weg bringen", so Kultusminister Prof. Lorz in seinen Ausführungen zu diesem Thema. Er nannte hierzu: das neue Kerncurriculum für die Sekundarstufe II, ein neu aufgelegtes Zeitzeugenprogramm in Schulen als "lebendige Geschichtsstunden" im Rahmen der 25-jährigen Wiedervereinigung, die Verankerung von Flucht und Vertreibung in Schulbüchern, ergänzende Materialien wie die Video-Dokumentation des Weilburger Forums, die als Unterrichtsempfehlung "Gegen das Vergessen" allen hessischen Schulen zur Verfügung gestellt werden soll, die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Überarbeitung der derzeitigen Lehrerhandreichung zum Thema Flucht und Vertreibung, die angesichts der jetzigen Flüchtlingskrise zu mehr Sensibilität im größeren Kontext der Vertreibungen des 20. und 21. Jahrhunderts gesehen werden soll.

Siegbert Ortmann dankte Ministerpräsident Bouffier für die Einladung zum traditionellen Neujahrsgespräch. "Mit dem vorgesehenen Gedankenaustausch erkennen wir die Wertschätzung der Landesregierung gegenüber den Vertriebenenverbänden." Ortmann überreichte Bouffier den umfassenden Tätigkeitsbericht des hessischen BdV-Landesverbandes für das vergangene Jahr. Dieser Bericht spiegle die Verbandsstruktur und die vielfältigen Aktivitäten zur Umsetzung der verbandspolitischen Ziele wider und gebe Rechenschaft über die gewährte finanzielle Unterstützung durch die Landesregierung. "Eine der Kernaufgaben unserer Arbeit ist die Weiterentwicklung des kulturellen Erbes der Deutschen im östlichen Europa gemäß § 96 Bundesvertriebenengesetz (BVFG). Dazu kommt selbstverständlich auch unsere Bereitschaft gegenüber der Politik, durch verständigungspolitische Maßnahmen bei der Förderung des friedlichen Miteinanders mit den Völkern Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa mitzuwirken. Überzeugende Beweise hierzu sind die jährlich durchgeführten Kulturtage sowie organisierte Verständigungsreisen des vom BdV-Landesverband Hessen gegründeten Deutsch-Europäischen Bildungswerkes als Brücke zu den östlichen Nachbarn", so Ortmann in seinen Ausführungen. Der Nachweis, sich als gesellschaftlich relevante Gruppe in der Öffentlichkeit darstellen zu können, werde auch durch die ständige Mitarbeit im Landesvertriebenenbeirat gefördert, der als Beirat mit seinem Kultur- und Eingliederungsausschuss die Landesregierung in Fragen der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler sachkundig berät.

In einer abschließenden Diskussionsrunde mit den Anwesenden kamen Themenbereiche wie die Verwirklichung des Rechtes auf die Heimat in Anbetracht der derzeit aktuellen Flüchtlingskrise, zahlreiche Berichte aus den hessischen Kreisverbänden sowie Möglichkeiten einer nachhaltigen Nachwuchsförderung zur Sprache.

©bdv-hessen-press/2016
Text: BdV-Landesverband Hessen;
Fotos: BdV-Landesverband Hessen (Fotos 1, 2), Hessische Staatskanzlei (Foto 3)
Februar 2016