Zu Besuch beim Deutschen Polen-Institut

BdV-Landesvorstand tagt im Darmstädter Residenzschloss

Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes des Landesverbandes des Bundes der Vertriebenen (BdV) Hessen e.V. trafen sich Anfang Juli 2016 auf Einladung in Räumen des Deutschen Polen-Institutes im Herrenbau des Residenzschlosses Darmstadt zu ihrer routinemäßigen vierteljährlichen Tagung. Neben zu behandelnden Organisations-, Personal-, Finanz- und Kulturthemen informierte man sich darüber hinaus über die Bedeutung und die Arbeit dieses Institutes.

Dr. Andrzej Kaluza, zuständig für das Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, hatte die Tagungsteilnehmer willkommen geheißen und erläuterte die Aufgaben und Ziele des Institutes. Nach seinen Worten habe das Deutsche Polen-Institut im Frühjahr 2016 einen Flügel des Residenzschlosses bezogen und freue sich auf einen Neubeginn in der Nachbarschaft der Technischen Universität Darmstadt und der zahlreichen Partner im Zentrum der Stadt.

Das Deutsche Polen-Institut sei ein Zentrum für polnische Geschichte, Politik, Kultur und Gesellschaft und die deutsch-polnischen Beziehungen. Es pflege die Beziehungen zu dem Nachbarland Polen durch sein Programmangebot vorwiegend in Deutschland. Dabei verbinde es mehrere Aufgaben: Es vereine praxisbezogene Wissenschaft und Forschung, Bildungsangebote für Schulen und Hochschulen, politische Foren, editorische Projekte und öffentliche Veranstaltungen. Das Institut besitze eine einmalige Spezialbibliothek für polnische Literatur, deutsch-polnische Übersetzungen und Kulturbeziehungen in Geschichte und Gegenwart, die zugleich mit einer mehr als 70.000 Medieneinheiten zählenden Bibliothek eine Universalbibliothek für Polen und die deutsch-polnischen Beziehungen sei.

Nach seinen Ausführungen überreichte Dr. Kaluza den Tagungsteilnehmern das "Jahrbuch Polen 2016" des Deutschen Polen-Institutes. Das aktuelle "Jahrbuch Polen 2016" mit dem Schwerpunktthema "Minderheiten" setzt sich mit historischen wie gegenwärtigen Entwicklungen der in Polen ansässigen Minderheitengruppen, -strukturen und -identitäten auseinander.

In seinem Beitrag "Polens plurales und multikulturelles Erbe" beschwört Autor Hans-Jürgen Bömelburg darin das Erbe der multikulturellen Adelsrepublik (Rzeczpospolita) und leitet daraus Handlungsempfehlungen für die gegenwärtige Flüchtlingspolitik Polens ab: "Das historische Polen gilt auch heute noch vielen im Land als eine multikulturelle Gesellschaft. Danzig wirbt mit dem Slogan: "Polen, Engländer, Deutsche, Holländer, Franzosen und Juden lebten hier in Eintracht zusammen und schufen eine besondere Atmosphäre multikultureller Zusammengehörigkeit." - In hartem Kontrast dazu steht die gegenwärtige gesellschaftliche Situation: Polen ist nach 1945 und spätestens seit den 1960er-/70er-Jahren ein kulturell und sprachlich homogener Nationalstaat mit 98 Prozent ethnisch und sprachlich polnischer Bevölkerung. Tatsächliche Minderheiten - sieht man einmal von der innenpolitisch umstrittenen Region Oberschlesiens ab - bewegen sich im Promillebereich."

bdv-landesverband hessen/press/07-2016
Text und Fotos: BdV-Landesverband Hessen, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Juli 2016