Presseerklärung

Unberechtigte polnische Reparationsforderungen an Deutschland

BdV-Landesvorsitzender sieht gutnachbarschaftliches Verhältnis in Gefahr

Wiesbaden: Die von der nationalkonservativen Regierungspartei "PIS" jüngst aufgeworfene Reparationsfrage gegenüber Deutschland ist nach Ansicht des hessischen BdV-Landesvorsitzenden Siegbert Ortmann (Lauterbach) entschieden und unmissverständlich zurückzuweisen. Denn diese Frage sei rechtlich und politisch längst abgeschlossen. Zu diesem Schluss komme auch ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages. Demnach seien etwaige Ansprüche wegen deutscher Verbrechen im 2. Weltkrieg spätestens mit dem Abschluss des Zwei-plus-vier-Vertrages von 1990 untergegangen, da Polen im Rahmen der Vertragsverhandlungen zumindest stillschweigend auf deren Geltendmachung verzichtet habe. Im Übrigen habe Deutschland in der Vergangenheit bereits Entschädigungen in erheblichen Umfang geleistet. Ortmann wörtlich: "Die deutsche Politik und alle Menschen mit klaren Verstand hierzulande sind seit Jahrzehnten durchdrungen von dem Bewusstsein der historischen Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg und anderer verbrecherischer nationalsozialistischer Untaten, vor allem in Polen. Diese leidvolle Vergangenheit darf aber heute, 72 Jahre nach Kriegsende, unter keinen Umständen immer wieder Ansporn zu rechtlich und moralisch haltlosen Ausgleichsforderungen sein." So sehe diese jüngste Debatte um mögliche Reparationsforderungen übrigens auch die polnische Bischofskonferenz, die in diesem Zusammenhang sogar vor einer "Zerstörung" des seit mehr als 25 Jahren durch Aussöhnung geprägten und historisch gewachsenen Vertrauens warne.

Der Bund der Vertriebenen (BdV) werde jedenfalls, wie es Präsident Dr. Bernd Fabritius ( MdB) zu diesem Thema erklärt habe, dennoch weiterhin daran arbeiten, die guten nachbarschaftlichen Beziehungen zu Polen auf zivilgesellschaftlicher Ebene mit Nachdruck fortzusetzen und weiter zu verbessern und damit den Idealen folgen, die fest in der Charta der deutschen Heimatvertriebenen von 1950 verankert seien.

BdV-Hessen
11. September 2017