Kulturelle Sommertage des hessischen BdV-Landesverbandes

Themenvielfalt mit namhaften Referenten

 

Die diesjährigen Kulturellen Sommertage fanden vom 14. bis 17. August letztmalig in der Tagungsstätte des Landesschulamtes und der Lehrkräfteakademie in Weilburg statt. Die Teilnehmerzahl war durch einige Tagungsgäste variabel, sie bewegte sich um 50 Anwesende. Programm, Organisation und Durchführung lag in den bewährten Händen des Landeskulturreferenten Otmar Schmitz und Hubert Leja vom BdV-Kulturreferat.

Im Rahmen seines Referats "Aktuelle Themen und Fragen zur Arbeit der Vertriebenenverbände" betonte Otmar Schmitz, dass es Aufgabe des BdV sei, darauf hinzuwirken, dass auch in Zukunft Flucht, Vertreibung und Eingliederung von Bund, Land und Gemeinden zu thematisieren seien. Er konnte dazu die beiden CDU - Abgeordneten des Hessischen Landtages, Andreas Hofmeister und Hans-J. Irmer, begrüßen. MdL Irmer ist Vorsitzender des Unterausschusses für Heimatvertriebene, Aussiedler, Flüchtlinge und Wiedergutmachung im Hessischen Landtag. Hofmeister bedankte sich für den regelmäßigen Gedankenaustausch mit dem BdV und betonte, dass Hessen durch die Aufbauleistungen der Heimatvertriebenen in besonderer Weise geprägt sei und "deshalb müssen wir auch weiterhin dafür sorgen, dass Themen und Anliegen in die Landespolitik transportiert werden.

Die mit den Kulturellen Sommertagen Tagen verbundene Kulturfahrt führte nach Dillenburg mit einer Besichtigung des Hessischen Landesgestüts, natürlich verbunden mit der aktuellen Diskussion über dessen Erhalt, und einer Führung durch die geschichtlich interessante Stadt der Oranier in Hessen. Neben dem Einführungsvortrag "Verständigungspolitik der Vertriebenen am Beispiel der Wanderausstellungen des Zentrums gegen Vertreibungen" von Wilfried Rogasch waren die weiteren Referate auf die Beziehungen zu den beiden Nachbarstaaten Polen und Tschechien thematisiert: So sprachen Dr. Rudolf Urban "Zur heutigen Lage der Deutschen in Polen", Tilman A. Fischer "Polen in Deutschland - zwischen Interessen und Vereinnahmung", sowie Prof. Dr. Michael Schwartz "Wenzel Jaksch - Biographische Schlaglichter auf einen Sozialdemokraten aus Mitteleuropa". Bei diesem Vortag waren zwei SPD-Mitglieder der Weilburger Stadtverordnetenversammlung anwesend.

Sehr persönlich und bewegend war die Autorenlesung von Teja Fiedler "Die Zeit ist aus den Fugen: Vom Kaiserleutnant zum Vertriebenen. Das Leben meines Vaters". Große Anerkennung fand die Filmvorführung "Gottes Mühlen (Boži mlıny)" von dem Drehbuchautor und Filmregisseur Josef Cisarovskı. Der Film zeigt eindrucksvoll die Veränderung der Landschaft im Böhmerwald und die Betroffenheit der Zeitzeugen mit den wenigen Erinnerungsrelikten. Erschreckend war die Darstellung der vielen Morde an den Grenzanlagen zum Westen. Zuletzt berichtetet Klaus Weigelt über "Entstehung, Stand und Zukunftsperspektiven der Kultur- und Erinnerungsarbeit nach § 96 BVFG".

Der gesellige Abend fand durch Auftritte von zwei Musikgruppen und den Beiträgen der Teilnehmer einen harmonischen Abschluss. Schmitz gratulierte im Rahmen der Veranstaltung Josef Plahl aus Weilburg zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande und dem Autorenpaar Marlene und Horst W. Gömpel zur Auszeichnung mit dem Hessischen Preis "Flucht, Vertreibung, Eingliederung" und überreichte Präsente. Alle Teilnehmen sagten ein herzliches Dankeschön und empfehlen eine Teilnahme an den Veranstaltungen im kommenden Jahr.

Text und Foto: : Text und Fotos: Horst W. Gömpel, Dipl.Vw.
Oktober 2017

Siehe auch:
Bericht über die Kulturellen Sommertage im "WOCHENBLATT, Zeitung der Deutschen in Polen"