Entschließung

der Delegierten des 59. Landesverbandstages des Landesverbandes Hessen des Bundes der Vertriebenen

Die im Haus der Heimat in Wiesbaden am 17. März 2007 versammelten Delegierten des Landesverbandstages des Landesverbandes Hessen des Bundes der Vertriebenen weisen in scharfer Form die Meinungsäußerung des polnischen Ministerpräsidenten Jaroslaw Kaczynski, "dass jedes Argument, das die Rechtmäßigkeit der Umsiedlung in Frage stellt, als Relativierung der deutschen Schuld für den Zweiten Weltkrieg und als Verwechslung von Tätern und Opfern betrachtet wird", zurück.

Sie wenden sich ganz entschieden gegen diese Kollektivschuldthese. Für Chauvinismus, Kollektivschuld und einseitiger Schuldzuweisung ist in einem vereinten, demokratischen Europa kein Raum.

Die Delegierten fordern den polnischen Ministerpräsidenten und die polnische Regierung mit Nachdruck dazu auf, auf den Boden der gemeinsamen Erklärung des verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau und des damaligen polnischen Staatspräsidenten Aleksander Kwasniewski vom 29. Oktober 2003 zurückzukehren, in der es unter anderem heißt:
"Angesichts dieser bitteren Vergangenheit müssen wir unsere Anstrengungen für eine bessere Zukunft vereinen. Wir müssen der Opfer gedenken und dafür sorgen dass es die letzten waren. Jede Nation hat das selbstverständliche Recht zu trauern, und es ist unsere gemeinsame Verpflichtung dafür zu sorgen, dass Erinnerung und Trauer nicht missbraucht werden, um Europa erneut zu spalten. Die Europäer sollten alle Fälle von Umsiedlung, Flucht und Vertreibung , die sich im 20. Jahrhundert in Europa ereignet haben, gemeinsam neu bewerten und dokumentieren, um ihre Ursachen, ihre historischen Hintergründe und ihre vielfältigen Konsequenzen für die Öffentlichkeit verständlich zu machen. All dies kann nur im Geist der Versöhnung und Freundschaft erreicht werden."
"Wir rufen dazu auf, einen solchen aufrichtigen europäischen Dialog über diese wichtige Frage, die unsere Vergangenheit und gemeinsame Zukunft betrifft zu führen und erwarten, dass hoch angesehene Persönlichkeiten, Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft ihren Beitrag dazu leisten werden."

Die Delegierten stellen sich weitere hinter die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen Erika Steinbach.

Sie stellen dazu fest:

Wiesbaden, den 17. März 2007