Wiesbadener Integrationspreis 2012 an "Gemeinsam in Wiesbaden" vergeben

Für die Integration deutscher Spätaussiedler aus Russland ausgezeichnet

Das Projekt "Gemeinsam in Wiesbaden" erhielt den diesjährigen Integrationspreis der Landeshauptstadt Wiesbaden. Die feierliche Preisverleihung durch Oberbürgermeister Dr. Helmut Georg Müller erfolgte am 25. September im Festsaal des Rathauses. Im Rahmen dieser Feierstunde hatte der Gewinner auch die Möglichkeit, seine Arbeit und das Projekt vorzustellen.

Der Verein, der sich vor allem für die Integration deutscher Spätaussiedler aus Russland in Alltag und Kultur Wiesbadens einsetzt, führte im Rahmen dieses Projektes im letzten Jahr mehr als 600 Aktionen und Veranstaltungen durch. Das Angebot war dabei sehr breit gefächert und umfasste verschiedene Maßnahmen aus den gesellschaftlichen Bereichen, wie beispielsweise Sprache, Kultur und Sport.

Die zwölfköpfige Jury aus Vertretern des Magistrats, der Stadtverordnetenversammlung, des Ausländerbeirates sowie der Kirchen und anderer Religionsgemeinschaften, unter dem Vorsitz von Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz, hatte es sich auch in diesem Jahr mit ihrer Entscheidung nicht leicht getan. "Die Vorschläge und Bewerbungen zeigten in beeindruckender Weise erneut die Vielfalt, Fantasie und das hohe Engagement für die Integration in Wiesbaden", betonte Scholz. Alle Projekte, die sich um den Preis beworben haben, hätten eigentlich eine Auszeichnung verdient, so die einhellige Meinung der Jury.

Von 19 eingegangenen Bewerbungen hatte sich die Jury in ihrer Sitzung am 5. Juni für dieses Projekt der Landesmannschaft der Deutschen aus Russland e.V., Ortsgruppe Wiesbaden, entschieden. Bei dem ausgewählten Preisträger sei insbesondere zu loben, dass aufgrund des umfangreichen Angebotsspektrums des Projekts "Gemeinsam in Wiesbaden" eine große Zielgruppe erreicht wird, da gleichermaßen Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch die Aktivitäten angesprochen werden.

"Wir verleihen den Integrationspreis heute zum 6. Mal" sagte der Oberbürgermeister in seiner Begrüßung. "Die große Zahl von Bewerbungen, als auch die Vielzahl von Projekten im Integrationsbereich unserer Stadt zeigt, dass konkrete Integrationsarbeit vor Ort in der Stadt stattfindet. Sie wird zum großen Teil vom Engagement vieler ehrenamtlich tätiger Menschen getragen. Sie machen durch ihre Arbeit den Integrationspreis möglich, weil sie ihre Arbeit für wichtig halten, weil sie sie für gut halten und weil sie diese Arbeit wollen." fügte Dr. Müller hinzu.

Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Nickel gratuliert Vera Maier, Vorsitzende der Wiesbadener Ortsgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, zur Verleihung dieses hohen Preises. "Damit ehren wir nicht nur Sie selbst, sondern alle, die mit Ihnen gemeinsam das Ziel der Integration verfolgen. Dass es sich dabei um ein überragend wichtiges Zukunftsthema, nicht nur in unserer Stadt, sondern im gesamten Land handelt, ist wohl jedem geläufig. Denn eine Stadtgesellschaft, der der innere Zusammenhang fehlt, die innerlich zu zerbrechen droht, kann die Herausforderungen der Zukunft nicht bewältigen."

Stadträtin Rose-Lore Scholz, Dezernentin für Schule, Kultur und Integration:
"Der Verein, dessen Arbeit mit dem diesjährigen Integrationspreis der Landeshauptstadt Wiesbaden ausgezeichnet wird, sorgt mit außerordentlichem Engagement dafür, dass sich eine große Bevölkerungsgruppe in Wiesbaden heimisch fühlt. Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund wird immer von grundsätzlicher gesellschaftlicher Bedeutung sein. Die deutschen Spätaussiedler stellen in der Bevölkerungsgruppe, die in das Bundesgebiet eingewandert ist, eine Besonderheit dar: sie kamen nicht als Ein- sondern als Rückwanderer nach Deutschland. In der Landeshauptstadt Wiesbaden leben derzeit 11.200 Spätaussiedler deutscher Staatsangehörigkeit. Sie stellten sich der Herausforderung, einen Neuanfang zu wagen. Die bereits 1959 gegründete Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, bewahrt Tradition und das kulturelle Erbe."

Aus der Hand von Oberbürgermeister Dr. Müller erhielt Vera Maier danach die Preis-Urkunde, der Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Nickel deckte eine Überraschung auf, die er lange hinter seinem Rücken verborgen hatte: einen Scheck über 2.500 , "die Unterschrift ist allerdings unleserlich, ähnelt aber der des Oberbürgermeisters" fügte er unter Applaus der Festgäste hinzu. Sichtlich gerührt bedankte sich die Geehrte im Namen Ihrer Landsmannschaft für die hohe Auszeichnung. Elmira Wilms vom Vorstand des Ausländerbeirates sprach das Schlußwort.

Einen großen Applaus gab es für das ausgezeichnete musikalische Programm. Gesungen wurde unter der Leitung von Tatjana Langer, für Klavierdarbietungen zeichnete Natalia Ickert verantwortlich und die lustigen Tänze hatte Katharina Walesch ihrer "Tanzgruppe Ariel" eingeübt.

Text: Norbert Quaiser
Foto: Erika Quaiser

Im September 2012