Kulturelle Sommertage 2012 des BdV Hessen in Bad Orb

Die Kulturellen Sommer- und Wintertage stehen seit vielen Jahren im Zentrum der Kulturarbeit des hessischen BdV. Nach Dr. Hans Jandl, ist heute Landeskulturreferent Otmar Schmitz für die Veranstaltungen, die sich durch abwechslungsreiche Programme und anspruchsvolle Vorträgen auszeichnen, verantwortlich. Mitte August hatte Schmitz zu einem kulturellen Seminar, den "Kulturellen Sommertagen 2012", eingeladen. Das Evangelische Bildungszentrum in Bad Orb war ein geeigneter Tagungsort.

Referat Dr. Sieghard Gall, REACTOS-Medienforschung München
"Erinnerung, Ansichten, Einsichten - ein Psychogramm Vertriebener aus Böhmen"

Die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ist auch heute noch, nachdem zwei Generationen der Betroffenen zum Teil nicht mehr am Leben sind, ein kontroverses Thema. Unterschiedliche Rechtsauffassungen der Tschechischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland in dieser Frage, werden nach der Deutsch-Tschechischen Erklärung vom 2.1.1997 als gegenseitig respektiert betrachtet.

Dr. Gall befasste sich in seinem Vortrag nicht mit politischen und rechtlichen Fragen, sondern mit dem, was Betroffene, damals in Böhmen, Mähren, Sudetenschlesien beheimatete Deutsche, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, heute empfinden.

Die Befunde von drei empirischen Untersuchungen, einer umfangreichen Befragung 2008, einer kompakten Befragung 2009, Untersuchungen zur Rezeption des themenbezogenen Spielfilms "Habermann", sowie zahlreiche Gruppen- und Einzelgespräche ergaben ein Psychogramm dieser Erlebnisgeneration.

Die mit der Untersuchung 2008 vom Gesprächsleiter gestellten 198 Fragen wurden von 203 Teilnehmern in Gruppe von acht bis zwölf Personen mittels kontinuierlich einstellbarer Schieber kleiner Handgeräte spontan und unabhängig voneinander beantwortet, meist Stellungnahmen zu benannten Aussagen, von "das ist ganz meine Meinung" über beliebige Zwischenstellungen bis "das ist gar nicht meine Meinung".

Als Beispiel führte der Referent die Fragefolge mit der Thematisierung von Vertreibung in den Medien an. "inwieweit entsprechen folgende Haltungen Ihrer Einstellung, wenn das Thema Vertreibung in den Medien angesprochen wird?"
"Ich möchte eigentlich nichts mehr davon hören". "Ich kann mich aber dem Thema nicht entziehen". "Inwieweit regt Sie das Thema auf". "In welchem Maße ärgern Sie sich über die Darstellung".
Das Thema Vertreibung bewegt noch einen Großteil der Befragten, die Hälfte stark bis sehr stark, nur ein Viertel regt sich nicht mehr so auf. Die Wahrnehmung einer differenzierten Darstellung der Abschnitte in den Medien ist bei den Befragten allerdings sehr unterschiedlich. Ein Viertel der Befragten nimmt das sehr deutlich wahr, eher positiv auch noch ein weiteres Viertel, das nächste Viertel nur mehr deutlich bis stark eingeschränkt, das letzte Viertel gar nicht.

Der Heimatbegriff ist einer der zentralen Punkte der Untersuchung. Für die meisten Befragten ist die Bedeutung der "alten" Heimat ungebrochen, die emotionale Verbindung mit Elternhaus und Gemeinde, Landschaft und Region Böhmen, Mähren, Schlesien ist stark, besonderes Gewicht kommt dabei der heimatlichen Landschaft zu. Assoziativ mit dem Begriff Heimat verbunden ist bei den Befragten sehr stark die deutsche Sprache, dann die Familie, im Abstand das deutsche Vaterland. Nach emotionaler Nähe zu bestimmten Orten und ihren Symbolen steht zunächst die Karlsbrücke in Prag, dann der Stephansdom in Wien, im Abstand dazu das Brandenburger Tor in Berlin.

Die Befragten stimmen weitgehend der Aussage zu "Heimat ist nach innen gerichtet, Nähe, Nation gegen außen gerichtet, Abgrenzung", mehr noch der Aussage, "der Nationalismus hat die Deutschen aus Böhmen, Mähren, Schlesien um ihre Heimat gebracht", unbestritten dann "der Wert der Heimat wird erst dem richtig deutlich, der sie verloren hat". Literatur: Sieghard Gall, "Erinnerungen, Ansichten, Einsichten". Selbstverlag, 80707 München, Postfach400765, e-mail SGall.REACTOS@t-online.de

Referat Damian Hutsch, Kreisvorsitzender der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen in Rosenberg/OS
"Die Situation und die Zukunftsperspektiven der jungen Deutschen in Polen"

Nach der Wende1989 und der Vereinbarungen vom "Runden Tisch", die die Demokratisierung Polens einleitete, konnte sich Anfang der 1990er Jahre auch die deutsche Minderheit in Kulturvereinen und Verbänden organisieren. Gründer des Vereins der "Deutschen Minderheit" in Brückenort im Landkreis Rosenberg war der Vater des Referenten.

In verschiedenen Landesteilen traten im Jahre 1991 Vertreter der deutschen Minderheit zu den ersten freien Wahlen nach dem Krieg in den polnischen Sejm und Senat an. Sieben deutsche Abgeordnete zogen damals ins Parlament ein.

Die Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien ist die wichtigste und zugleich mitgliederstärkste Organisation der deutschen Minderheit in Polen. Ihr gehören 550 Deutsche Freundschaftskreise in den Gemeinden und Dörfern der Woiwodschaft Oppeln und der Region Lublinitz an.

Rein deutsche Schulen fehlen, jedoch gibt es Schulen mit bilingualem Unterricht mit 8 Deutschstunden in der Woche, 4 Deutschstunden werden allgemein in polnischen Schulen angeboten. Neu sind 50 Samstagsschulen mit 3 Unterrichtsstunden vormittags, für Kinder im Alter von 6 - 10 Jahren. Man rechnet, dass in Polen insgesamt etwa 35.500 Schüler Deutsch lernen. 150 Tanzgruppen, Gesangsgruppen, Blasorchester, literarische Wettbewerbe und deutsche Kulturtage erfreuen sich großer Beliebtheit, nicht nur bei Mitgliedern der deutschen Minderheit. 24 Gemeinden haben inzwischen zweisprachige Ortsschilder und 26 Gemeinden stehen Bürgermeister vor, die aus der deutschen Minderheit kommen. In Kreisräten sind 54 Mitglieder delegiert und in Gemeinderäten wirken 308 Mitglieder.

500 Angehörige der deutschen Minderheit antwortet auf die Frage: "in welcher Sprache sprechen Sie zu Hause in der Familie": 9,4 % Polnisch, 79,6 % Schlesisch, d.h. einer Sprache mit polnischen und tschechischen Anteilen, "Wasserpolnisch" hört man nicht so gern und Deutsch 10,8 %. Auf die Frage, welche Sprache sie als ihre Muttersprache ansehen, nannten die Befragten: Schlesisch 48,3 %, Deutsch 38,7 %, Polnisch 12,8 %. Als Nationalität, zu der man sich gehörig fühle, nannten 22% deutsch, 13,7 % mehr deutsch als schlesisch, 19,1 % mehr schlesisch als deutsch, 4,1 %, mehr schlesisch als polnisch, 2 % fühlten sich der polnischen Nationalität zugehörig.

In Polen ist die Jugendorganisation der Deutschen Minderheit die größte einer Minderheitenorganisation, in Europa sogar die fünftgrößte. Es ist schwierig, Jugendliche zum Verbleib in Polen zu bewegen, z.B. sind 80 % der Mitschüler des Referenten aus seiner Grundschulzeit sind inzwischen "ausgewandert".

Ziel für die Zukunft, der Jugend der deutschen Minderheit über Familie und Schule die Identität zu erhalten. Dazu müssten die deutschen Freundschaftskreise für Jugendliche attraktiver werden. 43 % der jungen Leute studieren. Ein Grund nicht wegzugehen: Mehr Arbeit für gutes Geld schaffen.

Referat Dr. Christian Lotz, Herder-Institut Marburg
"Die Deutung des Verlusts. Erinnerungspolitische Kontroversen im geteilten Deutschland um Flucht, Vertreibung und die Ostgebiete"

Die Deutungshoheit über Flucht und Vertreibung der Deutschen war seit der unmittelbaren Nachkriegszeit ein Gegenstand heftiger Kontroversen im geteilten Deutschland. In seiner Analyse verfolgt Dr. Lotz die Frage, welche erinnerungspolitischen Konflikte um die Geschichte der Zwangsaussiedlung der Deutschen sowie um die Geschichte der Ostgebiete während der fünfziger und sechziger Jahre geführt wurden.

Methodisch konzipiert Dr. Lotz sein Referat als Vergleich der Erinnerungspolitiken von vier politischen oder gesellschaftlichen Institutionen mit gesamtdeutscher Dimension: Die Selbstorganisation von Vertriebenen am Beispiel der Landsmannschaft Schlesien, die in der DDR verboten war, aber auch dort hinwirkt, der Gerlach-Gesellschaft (Deutsch-Polnische Gesellschaft) der DDR, die auch in der Bundesrepublik über ein weithin konformes Äquivalent verfügte, der Schlesischen evangelischen Kirche, die in der DDR weiter existierte und in der Bundesrepublik als lockere "Gemeinschaft evangelischer Schlesier fortbestand und schließlich die regierungsfreundliche Dimension, indem auf DDR-Seite das ZK der SED und das Ministerium für Staatssicherheit, auf westdeutscher Seite die Ministerien für Vertriebene und gesamtdeutsche Fragen in den Mittelpunkt gelangen."

Den Untersuchungszeitraum teilt er in drei Phasen ein. In der ersten Phase bis zum Jahr 1956, sprach die Landsmannschaft Schlesien mit ihrer Darstellung einen weitverbreiteten Konsens der deutschen Bevölkerung in Ost und West aus, welche die Vertreibung als "Unrecht" verstand, die Gebiete als "deutsch" ansah und sich mit der Grenze nicht abfinden konnte oder wollte. In der zweiten Phase setzte ein tiefgreifender Wandel ein, als dessen Ursache die wirtschaftliche Integration der Vertriebenen, das Schwinden der Hoffnung auf Rückkehr in die Heimat und die mangelnde Unterstützung der Westmächte für die Gebietsforderungen der Bundesregierung zu sehen ist. In der dritten Phase trat die Vernichtungspolitik des nationalsozialistischen Regimes stärker in die öffentliche Diskussion. Auf diese Weise trat der Krieg als Vorgeschichte von Flucht und Vertreibung klarer ins öffentliche Bewusstsein. Die landsmannschaftliche Deutung, in welcher die Vertreibung der Deutschen als "Unrecht" erschien, wurde dadurch relativiert.

Referat Dr. Markus Krzoska, Justus-Liebig-Universität, Gießen
"Der Bromberger Blutsonntag" 1939
Kontroversen und Forschungsergebnisse

Kaum eine Darstellung des Zweiten Weltkrieges, die ihn unerwähnt ließe: den "Bromberger Blutsonntag" vom 3./4. September 1939. Die brutale Ermordung von Volksdeutschen war für die deutschen Besatzer ein willkommener Vorwand für eine Politik der Unterdrückung, des Terrors und der Vernichtung, deren Opferzahl die der deutschen Minderheit weit übertraf.

Die Vorgänge am 3. und 4. September sind verworren. Nachdem die Wehrmacht am 1. September die Grenze überschritten hatte, befand sich die polnische Armee in einem Schockzustand. Angesichts dessen, befürchteten die Zivil- und Militärbehörden in Bromberg eine rasche Besetzung der Stadt und stellten eiligst eine Art Bürgerwehr aus Freiwilligen auf. Die Stimmung heizte sich rasch auf, von vorrückenden Deutschen war die Rede. Gerüchte, dass Deutsche von der evangelischen Kirche aus das Feuer auf Polen eröffnet hätten, machten die Runde.
Solche unbelegten Behauptungen wurden zum Auslöser einer Hetzjagd auf einheimische Deutsche, die sich in verschiedenen Wellen bis zum darauf folgenden Tag fortsetzte und zahlreichen Menschen das Leben kostete.

Zur Klärung der Schicksale der Vermissten und mit dem Ziel einer geordneten Beisetzung der Getöteten, wurde in Posen die sogenannte "Gräberzentrale" ins Leben gerufen. Nachdem im Oktober 1939 erste Zahlen veröffentlicht wurden, der Leiter der "Gräberzentrale" der Volkskundler und SS-Hautsturmführer Kurt Lück sprach von "mehr als 5.000 ermordeten Volksdeutschen, allein in Bromberg 1.000", veröffentlichte das Auswärtige Amt im Februar 1940 die zehnfache Zahl: angeblich seien 58.000 Volksdeutsche ermordet worden.

Zur Analyse der Opferzahlen hat Dr. Krzoska alle Berichte ausgewertet und Listen zusammengestellt. Durch Vergleich aller verfügbaren Quellen wie Einwohnerregistern und Kirchenbüchern sowie den namentlichen Abgleich verschiedener Opferlisten, kommt er zu dem Ergebnis, "dass die Zahl der beim "Bromberger Blutsonntag" Getöteten vermutlich die 400 überschritten hat".

Referat Dr. Karl-Diether Degreif, Hessisches Staatsarchiv Wiesbaden
"Die Entstehung des Landes Hessen nach 1945 und seine Beziehungen zu den deutschen Heimatvertriebenen"

Anders als etwa die Länder Bayern und Sachsen kann das heutige Bundesland Hessen in seiner Landesgeschichte keine ungebrochene territoriale, einheitliche Enzwicklung aufweisen. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert stilisierte man in verschiedenen Kreisen die Idee eines endlich geeinten Hessen zu einer politischen Version. Der November-Umsturz von 1918 brachte für einen Teil Hessens zunächst die Bildung einer freien sozialistischen Republik mit sich; an die Stelle des Großherzogtums trat der Volksstaat Hessen, der nominell bis 1945 Bestand hatte.

Eine grundlegende territoriale wie politische Neuordnung erfolgte in Hessen erst mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. In der Nacht vom 22. auf den 23. März 1945 setzte die US-Armee bei Oppenheim über den Rhein und keine drei Wochen danach war ganz Hessen besetzt. Unmittelbar hinter den Kampfeinheiten rückten amerikanische "Militärregierungs"-Einheiten in die eroberten Gebiete ein, die zunächst in den Gemeinden und Kreisen deutsche Behörden installierten, die von unbelasteten Personen geführt wurden. Am 19. September 1945 legte General Eisenhower die Bildung von Bayern, Württemberg-Baden und Groß-Hessen in der amerikanischen Zone fest. Diese Proklamation bildete somit die Geburtsurkunde des heutigen Bundeslandes Hessen. Erst nach der am 1. Dezember 1946 erfolgten Annahme der Verfassung wurde der Name "Hessen" für das Bundesland eingeführt.

Nach der Gründung des Landes Groß-Hessen kam auf die hessische Regierung ein weiteres Problem zu. Die Aufnahme und Integration von Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten, aus der Tschechoslowakei und Ungarn. Allein im Jahr 1946 nahm Hessen über 400.000 Vertriebene auf, vor allem aus dem ehemaligen Sudetenland. Zwar hofften viele Vertriebene, die Vertreibung könnte doch nur vorübergehend sein, doch gelangten sie zunehmend zu der Einsicht, dass ihre neue Situation als Folge des Krieges unveränderbar war. Durch den "Hessenplan" versuchte die hessische Regierung entweder die auf dem Lande untergebrachten Heimatvertriebenen mit Arbeit zu versorgen, oder wo dies nicht möglich war, die Menschen zur Arbeit zu bringen. Was zunächst als Notprogramm zur Eingliederung gedacht war, formte sich mit der Zeit zu einem Landesentwicklungsplan - eine in der Geschichte der Bundesrepublik einmalige Verknüpfung.

Referat Margarete Ziegler-Raschdorf, Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler
"Politik für Heimatvertriebene und Spätaussiedler in Hessen"

Die Einrichtung und Berufung einer Landesbeauftragten hat sich als Bindeglied zwischen Regierung und Verbänden sowie bei der Intensivierung der Integrationsarbeit für Spätaussiedler bewährt. Die Referentin brachte gute Nachrichten mit:
Die Hessische Landesregierung bekennt sich zur engen Zusammenarbeit mit den Heimatvertriebenen auch dann, wenn in Anbetracht der angespannten Haushaltslage und im Hinblick auf die verfassungsrechtlich verankerte Schuldenbremse fast überall der Rotstift angesetzt wird. Trotz der allgegenwärtigen Notwendigkeit zu Einsparungen bleiben die Haushaltsansätze sowohl bei den Vertriebenen-, als auch bei den Spätaussiedlerprojekten in Hessen auf hohem Niveau erhalten. Das gilt für die Ostdeutsche Kulturarbeit und die Unterstützung der Verbände und Landsmannschaften ebenso wie für die Integrationsmaßnahmen für Spätaussiedler.

Die Forderung des BdV Hessen, die bayerische Bundesratsinitiative zur Errichtung eines nationalen Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung von Seiten des Landes Hessen zu unterstützen, wird die Landesbeauftragte mittragen. Ebenso die Forderung nach einer Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter mit deutschen Mitteln. "Ich werde unseren Ministerpräsidenten bitten, diese Forderungen zu unterstützen. Ebenso unterstütze ich den Vorschlag des BdV und der Sudetendeutschen Landsmannschaft, dass der hessische Ministerpräsident in absehbarer Zeit einen formellen Besuch in der Tschechischen Republik in Begleitung von Sudetendeutschen durchführen sollte", so die Landesbeauftragte.

Weiter berichtete Frau Ziegler-Raschdorf von der Berufung der neuen Mitglieder des Landesbeirates für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen, den Ergebnissen des Neujahresgespräches beim Ministerpräsidenten und ging auf aktuelle Entwicklungen bei den Landespatenschaften und kommunalen Patenschaften, den Heimatstuben und der Dauerausstellung "Vertriebene in Hessen" im Hessenpark ein. Der "Tag der Vertriebenen" mit dem Brauchtumsnachmittag des BdV, war in diesem Jahr beim Hessentag in Wetzlar, wie in den Vorjahren, wieder ein Höhepunkt.
Im Bereich ihrer Arbeit für Spätaussiedler informierte sie über die Fördereinrichtung für junge Zugewanderte in Hasselroth mit den Kursen zur Hochschulzugangsberechtigung und den EIBE-Kursen zur Erlangung des Hauptschulabschlusses. Das Nachqualifizierungsprojekt für arbeitslose Lehrerinnen und Lehrer unter den Spätaussiedlern in Hessen habe sie mit großem Ehrgeiz vorangebracht.
Es hatte für Aufsehen gesorgt, als die Hessische Landesregierung in Anerkennung im Gedenken an die Charta der deutschen Heimatvertriebenen den Hessischen Preis "Flucht, Vertreibung, Eingliederung" stiftete und den Preis erstmals 2011 beim Hessentag in Oberursel verlieh. Dass zur Zeit die Vorbereitungen für die Ausschreibung und die Vergabe des Preises im Jahr 2013 laufen, ist eine weitere gute Nachricht.

Text: Norbert Quaiser
Fotos: Erika Quaiser, Hubert Leja

Im September 2012