BdV-Adventsfeier in Erbach mit Bildern und Gedichten der alten Heimat

Gut besucht war die Advenstfeier des Bundes der Vertriebenen im festlich geschmückten Erbacher Vereinshaus. Lediglich der Nikolaus hatte mit seinem Schlitten den weiten Weg diesmal nicht geschafft. Im Riesengebirge und Böhmerwald kam er noch gut voran, dann fehlte der Schnee. Seine Päckchen mit Süßigkeiten waren aber noch rechtzeitig von Engelhand (Carmen Konrad, Michelstadt) eingetroffen und von ihr verteilt worden. Als junge Musiklehrerin begleitete sie zudem auf ihrer Geige gemeinsam mit Akkordeonspieler Erich Süssner (Bad König) die gern gesungenen Advents- und Weihnachtslieder. In bewährter Weise fand dazu Ilse Süssner passende verbindende Worte bei ihrer Moderation, und Helene Seidel (Erbach) brachte Grüße vom Nikolaus mit dem liebevollen Gedicht "Von drauß' vom Walde komm ich her ...", das viele der Älteren aus dem Gedächtnis mitsprachen.

Die einstigen ostdeutschen Landschaften kamen dann in Wort und Bild in Erinnerung. Ost- und Westpreußen klang auf in besinlichen Gedichten von Agnes Miegel und Ernst Wiechert, die Hildegard Bassler (Beerfelden-Airlenbach) ausgesucht und vorgetragen hatte. Schließlich entführte Helmut Seidel (Erbach) die Gäste nach Böhmen, Mähren und Schlesien mit einer schönen Bilddokumentation von der diesjährigen Wanderwoche der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Landesgruppe Hessen. Dabei hatte man nicht ganz mühelos, aber von herrlichen Ausblicken bis fast nach Breslau belohnt, die Schneekoppe erklommen und die bekannte Holzkirche Wang in Krummhübel besichtigt. Bei herrlicher Sonne durchwanderte man den Kamm des Adlergebirges und traf sich anschließend mit einer Gesangsgruppe von noch dort lebenden ehemaligen Deutschen. Beeindruckend waren auch die Besuche der Bischofsstadt Königgrätz und dem Zentrum des Schönhengstgaus, Zwittau, mit seinen weitläufigen, trutzigen Laubengängen sowie dem nahegelegenen Rothmühl, Heimatort von Mitreisenden.

Erlebnisreich war auch die Rundfahrt durch das schlesische Glatzer Bergland mit den Kurorten Bad Kudowa und Bad Reinerz, der prächtigen Wallfahrtskirche in Bad Altheide und dem Hauptort Glatz an der dortigen Neiße mit der mächtigen Festung und beachtlichen gotischen und barocken Kirchen sowie dem Wallfahrtsort Maria Schnee. Weitere Glanzpunkte bildeten der Muttergotteserg bei Grulich und das prachtvolle, aber noch recht renovierungsbedürftige Stift Braunau nördlich der schon im Mittelalter bedeutenden Grenzstadt Nachod, wo die Gruppe ihr Standquartier in einem schönen Hotel ganz für sich hatte. In der dortigen Pfarrkirche hatte Fahrtteilnehmer Pfarrer Heinz Kußmann (Erbach) den Sonntagsgottesdienst mitzelebriert, in dem erstaunlich viele junge Familien anwesend waren - ein vorbildliches Zeichen lebendiger Kirche. Auch in den anderen Gotteshäusern hielt man jeweils inne mit einer kleinen Andacht - Besonderheiten dieser Wanderwochen.

Mit den besten Wünschen für das Weihnachtsfest und Dank an alle Helfer verabschiedeten sich Ilse Süssner und Helmut Seidel bis zum Wiedersehen im neuen Jahr.

Text und Fotos: Helmut Seidel
Im Dezember 2013