Ostpreußische Tomaten auf dem Erntetisch

Im Programm der Landmannschaft der Ost- und Westpreußen zählt die Feier des Erntedankfestes zu den Höhepunkten des Jahres. König Friedrich II. hatte den Erntedanktag 1773 in Preußen eingeführt und zum festen Feiertag erklärt. Und so blieb es bis heute.

Den herbstlich dekorierten Erntetisch mit vielerlei Gemüse, Früchten und Blumen - darunter Königsberger Marzipan und hausgemachte Marmelade - schmückten Spenden heimischer Bauern, Gärtnereien und eines Handelshofs. In der Mitte des Tisches "ostpreußische Tomaten": aus Ostpreußen hatte ein Mitglied Samen von dort gepflanzten Früchten mitgebracht und ihn hier ausgesät. Alle gespendeten Gaben durften die Besucher am Schluss der Feier mit nach Hause nehmen.

Vorsitzender Dieter Schetat dankte den Geld- und Sachspendern, zugleich aber auch den mehr als hundert Besuchern für ihre Verbundenheit mit der Landsmannschaft. "Wir gehören zusammen", rief er ihnen zu "denn Sie alle tragen dazu bei, dass die Erinnerung an unsere Heimat lebendig bleibt und das kulturelle Erbe weitergetragen wird."

So durchzogen die Feier dann auch Geschichten und Gedichte von Erntedank in der verlassenen Heimat, die Lieselotte Paul und Margitta Krafczyk vortrugen. Der Frauenchor unter Leitung von Liesl Zekert umrahmte das Programm mit Liedern zur Herbst- und Erntezeit.

Besinnliche Worte zum Erntedank sprach wieder Pfarrer Dr. Holger Saal von der Wiesbadener Marktkirche. Der Dank für das tägliche Brot im christlichen Gebet sollte wörtlich nicht allein für Essen und Trinken verstanden werden, sondern auch in alle anderen Bereiche unseres Lebens einfließen. Dies brachte das anschließend gemeinsam gesungenen Lied "Danke für diesen guten Morgen" nochmals zum Ausdruck.

Zu Gast dieses Erntedank-Nachmittags, der mit dem Ostpreußenlied "Land der dunklen Wälder und kristall'nen Seen" ausklang, waren auch die Mitglieder des Hessischen Landtags Astrid Wallmann und Horst Klee, sowie Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Nickel und Stadtverordnete Ingrid Reiß.

Text: Dieter Schetat
Im Oktober 2014