Chianti-Wein und Rös'chens heißes Hös'chen

BdV-Faschingsveranstaltung in der Erika-Pitzer-Narhalla

Pünktlich um 15.11 Uhr hob Norbert Quaiser den närrischen Taktstock und mit dem Narhalla-Marsch begann die "Sause ohne Pause". 1 Dutzend und 3 Narren beiderlei Geschlechts hatten die Veranstalter aufgeboten, um der bunten Gästeschar im großen Saal des "ausverkauften" Erika-Pitzer-Begegnungszentrums einen unvergesslichen Faschingsnachmittag zu servieren. Sogar die Narren vom befreundeten BdV Erbach im Odenwald hatten einen gereimten Gruß geschickt: "Bad Nauheim ist klasse, der BdV toll, ihr habt beim Treffen den Saal immer voll!"

Schulmeister Bruno Ulbrich erschreckte die Narren als er erklärte: "Einst haben die Kerle auf den Bäumen gehockt, behaart mit böser Visage, dann hat man sie aus dem Urwald gelockt und die Welt asphaltiert und aufgestockt bis zur 30. Etage." Die Proteste ebbten erst ab, als sich schließlich herausstellte, dass mit den "Kerlen" Affen gemeint waren, von Erich Kästner trefflich in Verse gesetzt.

Für Erwin Gröger war ein Traum in Erfüllung gegangen: die Lottofee hatte ihm einen Riesengewinn überwiesen. "Wer suchet, der findet, mir habbe gefunne, die richtige Zahle - mir habbe gewunne! Luxus wie die "Fußmatt aus Chinchilla" und einen englischen Diener mit "goldene Knöpp", der Gröger mit "Mister" anredet, konnte man sich jetzt leisten. "Mir habbe aach e Köchin, mir sind ja net arm, die macht uns abends die Rindwürstcher warm. Nur unlängst beim Backe, da war sie net im Bild, da hat sie die Kreppel mit Schmierseif gefüllt. Kaum dass der Kaffee getrunke war, sitzt alles da rum - und hat's Maul voller Schaum. Die Meier'n rieft noch laut, eh in Ohnmacht sie fiel: "Die Kreppel sein prima, Persil bleibt Persil."

Eine Hauch von "Bella Italia" zauberte Bariton Otmar Ruß mit dem "Chianti-Lied" in die Narhalla. Als es hieß "Und dein Mund sagt JA in der lauen Sommernacht und das Glück ist nah, weil mir deine Liebe lacht" stimmten alle gekonnt mit ein und ohne eine Zugabe kam der gefeierte Werber für das italienischen "Nationalgetränk" nicht von der Bühne.

Irmgard Eckl hatte ihre Büttenrede "Vergesslichkeit" überschrieben. "A ganz groß' Übel weit und breit, ist heute die Vergesslichkeit, Alte und Junge - schon betroffe - me lässt schon mal die Haustür offe". Knoblauch, auch zum Kaffee genommen, soll gegen Vergesslichkeit helfen. Der Beweis steht noch aus, aber die Narren schüttelten sich schon jetzt bei dem Gedanken, im Pitzer-Zentrum künftig Knoblauchzehen anstelle des guten Kuchens vom Bäcker Kraus serviert zu bekommen.

Die "gute alte Zeit" brachte Erich Grobauer in Erinnerung, denn seine Oma kannte "kein Sex mit Erotik gewürzt und trotzdem hat sie den Opa bezirzt und was man heute aus Silikon so macht, daran hätte die Oma im Traum nie gedacht. Sie kannte keine Schönheitsoperation am Kinn, wo die Oma nichts hatte, da kam auch nichts hin".

Ein Höhepunkt des Nachmittags war der Auftritt von Hilda Grobauer, die von Geschäft zu Geschäft lief, um etwas Besonderes zu erstehen: "Gestatten die Damen und Herren, mein Name ist Rös'chen ich möchte euch was fragen: Kennt ihr heiße Hös'chen? Ich suche nämlich zum Überwintern, so richtig was heißes für meinen Hi.". Da kein Geschäft das gesuchte im Programm hatte, entschloss sie sich "wütend fuhr ich nach Bad Nauheim heim, da fiel mir etwas Neues ein, schließlich bin ich doch kein Döfchen, ich mach mir selbst ein heißes Höschen". Gesagt, getan, als Frau Grobauer ihren Rock hob, kannte der Jubel keine Grenzen, denn zum Vorschein kam eine dicke, weiße, wollene Unterhose . "Was daraus wurde, könnt ihr nun sehn, ist es denn nicht wunderschön? Jetzt brauch ich im Winter nicht mehr zu frieren, dies Höschen wärmt nicht nur die Nieren. Bei Rheuma, Gicht und Ischias macht es ganz besonderen Spaß". Das Besondere an der Geschichte, das Höschen ist "echt". Hilda Grobauer's Mutter hatte es ihr vor 75 Jahren in Ihrer Heimat Böhmerwald gestrickt!

Vorträge von Bertl Kriegk, Georg Walter, Annemarie Nowack, Inge Vetter, Rosemarie Kunz und Günter Fischlein trieben die Stimmung weiter in die Höhe, bis schließlich mit "So ein Tag, so wunderschön wie heute" und "Kein schöner Land" musikalische Schlußpunkte gesetzt wurden.

Text: Norbert Quaiser; Fotos: Erika Quaiser
Im März 2014