Sudetendeutsche werben in Berlin

Sudetendeutsche Landsmannschaft beim Jahresempfang des Bundes der Vertriebenen

Am 9. April 2014 hatte der Bund der Vertriebenen (BdV) zum diesjährigen Jahresempfang in die Katholische Akademie nach Berlin eingeladen. Präsidentin Erika Steinbach (MdB) konnte dabei sehr viele Besucher begrüßen, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesinnenminister Thomas de Maiziere und den Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Hartmut Koschyk (MdB). Für die Sudetendeutsche Landsmannschaft (SL) waren die drei stellvertretenden Bundesvorsitzenden Siegbert Ortmann (Hessen), Steffen Hörtler (Bayern) und Claus Hörrmann (Sachsen) sowie der Präsident der SL-Bundesversammlung Reinfried Vogler unter den in- und ausländischen Gästen.

BdV-Präsidentin Erika Steinbach verwies eingangs auf die gute Tradition dieser alljährlichen Veranstaltung und freute sich über das wiederholte Kommen der Bundeskanzlerin, die damit ihre enge Verbundenheit mit den Vertriebenen und diesen Teil der Geschichte zeige. Sie zeichnete den Historiker und Journalisten Prof. Dr. Guido Knopp mit der Ehrenplakette des Bundes der Vertriebenen aus und würdigte damit dessen Fernsehdokumentationen, durch die ein Millionenpublikum den Zugang zu unserer jüngsten deutschen Geschichte gefunden habe. Der Ausgezeichnete bedankte sich für diese hohe Ehre und löste ein bereits früher gegebenes Versprechen ein, seine Dokumentationsmaterialien der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin zu schenken.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bescheinigte dem BdV, dass dieser fast 70 Jahre nach Ende des 2.Weltkrieges, noch immer wichtige förderungswürdige Aufgaben wahrnimmt. Wörtlich fügte sie hinzu: "Sie verwalten einen Schatz von Erinnerungen, den es unbedingt zu erhalten gilt!"

Nach den kurzen offiziellen Reden bat Erika Steinbach um einen zwangslosen Meinungsaustausch zwischen den Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verbänden. Die Repräsentanten der Sudetendeutschen Landsmannschaft nutzten das auch gerne zu Gesprächen mit dem Bundesinnenminister und dem Beauftragten Koschyk.

Der Aufenthalt in Berlin war für die sudetendeutsche Delegation weiter verbunden mit einem Besuch des Auswärtigen Amtes. Dort wurden sie vom zuständigen Referatsleiters für Mitteleuropa, Karl Matthias Klause, Vortragender Legationsrat I. Klasse, empfangen. Bei dieser Gelegenheit wurden Probleme der sudetendeutschen Volksgruppe in der nationalen und internationalen Darstellung sehr offen angesprochen und diskutiert.

Gemeinsam war man sich einig, solche Begegnungen in Zukunft zu wiederholen, um im politischen Berlin das Schicksal der Sudetendeutschen wieder verstärkt in das Bewusstsein zu bringen.

Siegbert Ortmann, zugleich auch BdV-Landesvorsitzender in Hessen, erklärte am Schluss des 2-tägigen Veranstaltungsprogramms in der Bundeshauptstadt: "Diese Begegnungen und Kontakte in Berlin sind eine Sympathiewerbung für die gesamte sudetendeutsche Volksgruppe in Deutschland, die unbedingt noch zu vertiefen ist."

Text: Siegbert Ortmann; Fotos: Sandra Steins u.a.
Im April 2014