"Verbrechen gegen die Menschlichkeit"

Vertriebenen-Totengedenken des BdV in Gernsheim

Solidarität mit Asylsuchenden, Flüchtlingen und Vertriebenen in aller Welt angemahnt

Der BdV-Kreisverband Groß-Gerau hatte wegen des nahen "Tag der Heimat" am kommenden Sonntag zu einer Gedenkfeier am Mahnmal gegen Vertreibungen in den Gernsheimer Europagarten eingeladen.

"Gib den deutschen Vertriebenen die Kraft und die Ausdauer, das Versöhnungswerk mit dem polnischen und dem tschechischen Volk auf der Basis von Wahrheit und Gerechtigkeit in einem freien und geeinten Europa zu vollenden."
So lautete eine der Fürbitten, vorgetragen von den Pfarrern Markus Konrad und Karl-Hans Geil.

Hans-Josef Becker, einer der Sprecher des Kreis-BdV, erinnerte an das Leid der etwa 13 Millionen von der Verjagung aus der Heimat betroffenen Deutschen. Darüber hinaus ging er auf aktuelle Geschehnisse ein: Zehn Millionen Menschen auf der Flucht in Syrien, Stigmatisierung von Christen durch Kennzeichen, Wiedererstehen eines imperialistisches Regimes in Moskau und marodierende Todesschwadronen im Irak. "Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit reihe sich an das andere", empörte sich Becker. Das Schicksal der deutschen Vertriebenen könne daher "Anschauungsunterricht" sein, welchem tiefen Schmerz die von Flucht, Vertreibung und Versklavung betroffenen Menschen in Syrien, Iran oder Irak ausgesetzt seien. Es gelte, aus der Geschichte zu lernen und sich zu ändern.

Für Bürgermeister Peter Burger (CDU) ist Heimat mehr als eine regionale Bestimmung, nämlich auch kulturelle und religiöse Prägung. Wer vertreibe, raube Identität. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien gut 600 Heimatvertriebene in die Schöfferstadt gekommen. Heute gelte es erneut, jenen Menschen Heimat zu geben, "die ihre verloren haben", sagte der Verwaltungschef mit Blick auf die Asylbewerber in der Stadt. Die musikalische Gestaltung lag in Händen von Eva Pfundt.

Text: Norbert Quaiser nach Text Echo online vom 10.09.14; Fotos: Helmut Brandl
Im September 2014