Gutes noch verbessern

Verbandstagung des BdV Hessen in Wiesbaden

Aktuelle verbandspolitische Fragen, Finanzplanung, Bildungs-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit, waren die Themen bei der Verbandstagung 2014 des BdV Landesverbandes Hessen am 21. Jänner in Wiesbaden. Die Leitung hatte BdV-Landesvorsitzender Siegbert Ortmann.

"Eine verbandsinterne Veranstaltung dieser Art hat sich in der Vergangenheit bestens bewährt, dient sie doch dazu, eigene Probleme anzusprechen und zu diskutieren", so Ortmann bei der Begrüßung der Teilnehmer im voll besetzten Wappensaal des "Haus der Heimat". Die Ausgangslage des BdV-Hessen zu Beginn des Jahres 2014 sei zufriedenstellend. Eine neue Landesregierung befinde sich im Amt, Ministerpräsident sei Volker Bouffier geblieben. Dem Sozialministerium steht wieder Stefan Grüttner vor und auch die Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler bleibt uns für die bevorstehende Legislaturperiode aus heutiger Sicht erhalten. Erfreuliche Bestandsgarantien für die zukünftige Verbandsarbeit sieht Ortmann in dem von "Schwarz-Grün" ausgehandelten Koalitionsvertrag.

Besonders wichtig ist für ihn die Inaussichtstellung einer weiteren angemessenen finanziellen Landesförderung sowie die Beibehaltung des Landesbeirates für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen. In der Praxis bedeutet dieses politische Ergebnis auf Landesebene den gesicherten finanziellen Fortbestand des BdV-Hessen in den nächsten Jahren.

Sorge bereitet ihm, dass der Verband altersbedingt zunehmend Mitglieder verliert und dies mit Neuzugängen nicht aufgefangen werden kann. Wir müssten uns so schnell wie möglich darüber im Klaren werden, wie wir als bislang anerkannte Vertriebenenorganisation die nächsten Jahre wirkungsvoll überstehen können. Der Landesvorsitzende wiederholte seine Einschätzung, dass die Verbandsbezeichnung "Bund der Vertriebenen" in mittlerer Zukunft nicht länger zu halten sein wird, wenn nämlich die Erlebnisgeneration der Vertreibungen von 1945/46 gänzlich verstorben ist.

Schließlich appellierte Ortmann an die Teilnehmer, bei der täglichen Arbeit mehr dazu überzugehen, wieder deutlicher zu einer politischen Grundorientierung in der Verbandsarbeit zu finden. Dadurch würde das besondere Interesse in der Bevölkerung über unsere eigentlichen Ziele und Aufgaben geweckt. "Solange das beharrliche Bestreben wider das Vergessen und für eine gelebte Erinnerungskultur über die alten Heimatgebiete, aber auch auf Verurteilung aller gegenwärtigen weltweiten Menschenrechtsverletzungen durch Flucht und Vertreibung gerichtet ist, bleibt der Bund der Vertriebenen eine akzeptierte "gesellschaftlich relevante Gruppe" in der Bevölkerung, mit allen sich daraus ergebenden verbandspolitischen Verpflichtungen", schloß der Landesvorsitzende.

Danach hatte die Finanzierung des Verbandes Priorität. Landesschatzmeister Otto R. Klösel erhielt für seine vorbildliche Verwaltung der Landesverbandskasse ein besonderes Lob. Klösel, auch Referent für das heimatvertriebene Landvolk im BdV-Landesverband Hessen und Rosl Koberg, luden zum "Tag der Vertriebenen" ein, der anläßlich der "59. Landwirtschaftlichen Woche Südhessen", gemeinsam mit dem BdV-Kreisverband Bergstraße, in Heppenheim veranstaltet wird.

Das Seminarprogramm des "Deutsch-Europäischen Bildungswerk" kann sich sehen lassen. "In diesem Jahr wird es drei Seminare geben und zwar in Deschowitz, Iglau und Königsberg", wie Vorstandsmitglied Georg Stolle erklärte.

Landeskulturreferent Otmar Schmitz lud zu den traditionellen "Kulturellen Winter- und Sommertagen" ein. Die nächste Veranstaltung findet bereits vom 27. - 30. Jänner in Weilburg statt. Nach Rückblick auf die erfolgreiche Kulturarbeit im letzten Jahr kündigte Schmitz an, dass die Reihe der Ausstellungen im Haus der Heimat am 14.03. mit eine Ausstellung über "Die Neumark" eingeleitet wird.

Referent für Öffentlichkeitsarbeit Norbert Quaiser berichtete über das dichte e-mail Netz zur Information von Mitgliedern und Presse. Mitglieder ohne Internet-Anschluß sollten künftig über "Infopost" in das Verbandsgeschehen eingebunden werden. Die Website wird durch neu entwickelte Karten über das Vertreibungsgeschehen und Beschreibungen dazu aktualisiert.

Text: Norbert Quaiser; Fotos: Erika Quaiser
Im Februar 2014