Intensive Zusammenarbeit vereinbart

Zu einem Arbeitsgespräch haben sich die Vorstände der Landesverbände Thüringen und Hessen des Bundes der Vertriebenen in Eisenach getroffen. Bei einem lebhaften Erfahrungsaustausch wurden die Themen Kulturarbeit nach 96 des Bundesvertriebenengesetzes, Jugendarbeit, grenzüberschreitende Aktivitäten, Öffentlichkeitsarbeit und Organisation behandelt.

Nach einer getroffenen Vereinbarung wird die gegenseitige Zusammenarbeit weiter intensiviert. Besonders bei der grenzüberschreitenden Arbeit leistet der BdV-Landesverband Hessen Unterstützung. Auch ist vorgesehen, einen gemeinsames Seminar "Öffentlichkeitsarbeit" durchzuführen.

Auch befassten sich die beiden BdV-Landesvorstände mit dem Benesch-Kult in der Tschechischen Republik sowie mit der Äußerung des tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus zur Vertreibung der Sudetendeutschen.

Wie die Landesvorsitzende von Thüringen, Christa Schulz, und der Landesvorsitzende von Hessen, Alfred Herold, erklärten, wurde die posthume Ehrung, wie im letzten Fall die Aufstellung eines Benesch-Denkmals, gegeißelt. Es widerspreche jeglicher Menschenwürde und auch dem europäischen Geist, wenn der Urvater der ethnischen Säuberung in Mitteleuropa, die Vertreibung und Massaker gegen Sudetendeutsche zur Folge hatten, Ehrungen zuteil würden. Darin sahen die Vorstände auch eine Verhöhnung der Opfer.

Dasselbe gelte für die Äußerung des tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus zur Vertreibung der Sudetendeutschen. Klaus hatte in der tschechischen "Mlada fronta Dnes" erklärt, in Absprache mit den Siegermächten habe man den damaligen Augenblick und die eindeutige Atmosphäre genützt, in der die Meinung vorherrschte, dass die Schuldigen am Weltkrieg bestraft werden müssen und dass eine Reihe präventiver Maßnahmen nötig sind, um eine neuen Krieg zu verhindern.

Diese Auffassung sei menschenverachtend. Klaus gehe von einer Kollektivschuld der Sudetendeutschen aus. Er verdrehe somit geschichtliche Tatsachen, die einer Geschichtsfälschung gleichkämen.

Frau Schulz und Alfred Herold wiesen ausdrücklich darauf hin, dass die Verständigung zwischen Tschechen und Sudetendeutschen auf der Ebene von Mensch zu Mensch schon weit fortgeschritten seien. Diese Störungen des friedlichen Zusammenlebens gingen nur von einigen Spitzenpolitikern in der Tschechischen Republik aus.

Die beiden BdV-Landesvorstände dankten weiter dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber und dem Bundesvorsitzenden der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bernd Posselt für ihre gerade Haltung zur der offenen sudetendeutschen Frage und für ihr energisches Eintreten für die berechtigten Belange der Vertriebenen.

Abschließend wurde herausgestellt, dass die deutschen Heimatvertriebenen kurz nach der Vertreibung auf Rache und Vergeltung verzichtet und den östlichen Nachbarn die Hand zur Versöhnung gereicht hätten. In diesem Geiste solle auch weiter verfahren werden.

Adolf Wolf