Presseinformation

Ziele für das neue Jahr planen und erfolgreich umsetzen -
Organisationstagung des BdV Hessen in Wiesbaden

Aktuelle verbandspolitische Fragen, Finanzplanung, Bildungs-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit, waren die Themen bei der Organisationstagung 2013 des BdV Landesverbandes Hessen am 22. Jänner in Wiesbaden.

Die Organisationstagung hat schon Tradition. Regelmäßig zu Jahresbeginn wird Resümee gezogen über das vergangene Jahr und über das, was man erreicht oder auch nicht geschafft hat und welche die Gründe hierfür waren. Vor allem ist es aber Zeit, sich mit der Zukunft zu befassen. Die Leitung hatte BdV-Landesvorsitzender Siegbert Ortmann.

Vorhandene Mitglieder zu binden und neue Mitglieder zu werben, sieht er als vordringliche Aufgabe an. Resignierende Stimmen aus dem Landesverband "unsere Mitglieder sterben uns weg" wären als Entschuldigung für fehlende Motivation in zukünftiger Verbandsarbeit nicht geeignet. Gerade der Umstand, dass wir immer mehr Mitglieder durch Tod verlieren, müsste uns geradezu anspornen, "nach neuen Wegen des Überlebens zu suchen", so Ortmann. Sollte es dadurch zu Auflösungen von Kreisverbänden und Landsmannschaften kommen, müssten rechtzeitige Fusionen mit Nachbarverbänden eingeleitet werden.

Im Jahre 2012 habe es bei dem BdV-Landesverband Hessen einen Vorsitzenden-wechsel, aber keinen eigentlichen Generationswechsel gegeben. Es traten zwar nochmals neue Vertreter aus der Erlebnisgeneration der deutschen Heimatvertriebenen in der Verbandsführung an, doch wird die Anzahl dieses Personenkreises immer kleiner. Deshalb müssten wir alle zukünftig mehr als bisher auf die Mitarbeit der sog. "Bekennenden Generation" setzen, um unseren hessischen BdV auch in den kommenden Jahren als gesellschaftlich relevante Gruppe in unserer Bevölkerung zu erhalten. Wer sollte sonst unsere nie endende Arbeit wider das Vergessen und für eine gelebte Erinnerungskultur über die alten Heimatgebiete fortführen? Hierzu sind nur wir, als großer traditioneller Vertriebenenverband, weiterhin gefordert.

Unser verdienstvolles vergangenes Handeln in der Öffentlichkeit so herauszustellen, dass es als beispielhaft und wirklich erfolgreich angesehen wird, sieht der Landesvorsitzende als eine wichtige Aufgabe der Organisationstagung.

Leider werden wir In breiten Teilen der Öffentlichkeit als traditioneller Vertriebenenverband mit "etwas verstaubtem Image" und "nebulöser" Mitgliederstärke gesehen. Aus dieser nicht gerade positiven Wahrnehmung müssen wir uns unbedingt befreien, und uns als durchaus lebendige, gesellschaftlich relevante Gruppe bei jeder sich bietenden Gelegenheit darstellen. Ein gutes Arbeitspapier sei Ortmanns Programm "Die drei Standbeine des BdV-Hessen", welches Aufmerksamkeit und Interesse nicht nur bei unseren Mitgliedern geweckt hat.

In dieser "Handreichung" spiele der intensive Dialog mit den östlichen Nachbarn zu einer versöhnlichen Verständigungspolitik und die weltweite Ächtung von Vertreibungen jeder Art, eine besondere Rolle. Behilflich sind dabei die Aktivitäten des dem Landesverband angegliederten "Deutsch-Europäischen-Bildungswerk", das in diesem Jahr ein Seminarprogramm auf hohem Niveau durchführen wird.
Die Teilnahme an den einzelnen Bildungsreisen ist für alle Kreisverbände und Landsmannschaften geöffnet und wird auf diese Weise breitere Schichten der Bevölkerung erreichen.

Diese völkerverständigenden Informationsreisen kommen übrigens bei den politischen Parteien durchaus gut an und tragen letztendlich auch zu einer mehr oder weniger gesicherten finanziellen Zukunft unseres Landesverbandes bei. Die bislang eingeleiteten Gespräche im Hessischen Landtag auf höchster Ebene mit allen demokratischen Parteien werden wir auch in diesem Jahr fortsetzen und darüber verständlicherweise noch vor der nächsten Landtagswahl berichten.

Ortmann hat den diesjährigen Neujahrsaufruf den Deutschen aus Rußland und ihren Landsmannschaften gewidmet. Programmatisch hat er darin angeregt, eine breitgefächerte Darstellung der geschichtlichen Wurzeln dieser Menschen in unserem Land vorzunehmen, um ihr überwiegend gering geschätztes Image als "Mitbürger mit Migrationshintergrund" ein für alle Male zu verbessern. Das Schicksal dieser Menschen sei ein "Teil der deutschen Geschichte", und darauf gelte es hinzuweisen. Die allgemeine positive Resonanz auf den Neujahrsaufruf helfe uns sicherlich auch bei unserem ständigen Bemühen, die Deutschen aus Russland stärker in unsere BdV-Verbandsarbeit einzubinden.

Danach hatte die Finanzierung des Verbandes Priorität. Landesschatzmeister Otto R. Klösel erhielt für seine vorbildliche Verwaltung der Landesverbandskasse ein besonderes Lob. Klösel, auch Referent für das heimatvertriebene Landvolk im BdV-Landesverband Hessen und Rosl Koberg, luden zum "Tag der Vertriebenen" ein, der anläßlich der "58. Landwirtschaftlichen Woche Südhessen", gemeinsam mit dem BdV-Kreisverband Bergstraße, in Heppenheim veranstaltet wird.

Das Seminarprogramm des "Deutsch-Europäischen Bildungswerk" kann sich sehen lassen. In diesem Jahr wird es vier Seminare geben. "Die Programme sind bereits bis ins Einzelne ausgearbeitet" wie Vorstandsmitglied Georg Stolle erklärte. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Landeskulturreferent Otmar Schmitz lud zu den traditionellen "Kulturellen Winter- und Sommertagen" ein. Die nächste Veranstaltung findet bereits vom 28. - 31. Jänner in Weilburg statt. Nach Rückblick auf die erfolgreiche Kulturarbeit im letzten Jahr, kündigte Schmitz für die nächste Zeit 5 Ausstellungen an.

Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Norbert Quaiser, nannte als einen der Schwerpunkte seiner Arbeit, das Herausstellen des BdV als politische Organisation. Die Einordnung in die Rolle eines reinen Kulturverbandes lehnt er ab. Das führe immer wieder zu haltlosen Anschuldigungen und Verdächtigungen. Es sei deshalb höchste Zeit, dass mit der von Präsidentin Erika Steinbach in Auftrag gegebenen umfangreichen Studie über die NS-Verstrickungen von Mitgliedern des ersten BdV-Präsidiums, endlich Klarheit geschaffen wurde. Das positive Fazit der Studie: vom Nationalsozialismus geprägtes Gedankengut oder extremistische Strömungen haben keinen Eingang in die Verbandspolitik des BdV gefunden.

Text: Norbert Quaiser; Foto: Erika Quaiser
Im Februar 2013