Ausgang der Präsidentenwahl in Tschechien lässt hoffen!

Siegbert Ortmann, Landesvorsitzender des Bundes der Vertriebenen (BdV) in Hessen

Der Ausgang der Präsidentschaftswahlen in unserem Nachbarland Tschechien hat nach Ansicht des BdV-Landesvorsitzenden Siegbert Ortmann einmal mehr deutlich gemacht, dass die Aufarbeitung der Vergangenheit in diesem Lande noch längst nicht abgeschlossen sei. Die Sudetendeutsche Frage mit ihren vermeintlichen Ängsten und Vorurteilen bei Teilen der tschechischen Bevölkerung sei eben 67 Jahre nach der kollektiven Vertreibung der Deutschen aus dem Land auch heute noch ein probates Mittel, um Wahlen in Tschechien gewinnen zu können. Der links-chauvinistische Kandidat Milos Zeman habe diese Stimmung voll genutzt und mit 55% diePräsidentenwahl gewonnen. Solange also die tschechische Politik den Nachkriegs-Völkermord an den Sudetendeutschen nicht aufarbeite, geistere er weiter bei der Mehrheit der Bevölkerung umher und spalte weiter die tschechische Nation. Der für eine schonungslose geschichtliche Aufarbeitung und eine Verbesserung der Beziehungen mit den Sudetendeutschen stets sich einsetzende Fürst KarelSchwarzenberg hat zwar vor allem viele junge Wähler mobilisiert, doch reichte es mit 45% der Wählerstimmen nicht zum Sieg. Und dennoch blickten die Sudetendeutschen hoffnungsvoll in die Zukunft, so Ortmann. Denn der tschechische Außenminister Fürst Karel Schwarzenberg habe im Wahlkampf die von dem ehemaligen Staatspräsidenten Edvard Benes zu verantwortenden Nachkriegsverbrechen an den Deutschen offen angesprochen und sie sogar nach heutigen Maßstäben als in Den Haag zu verhandelnde Kriegsverbrechen eingeordnet. Wenn also 45% der Tschechen dies nach dem Wahlergebnis auch so sehen, beweise dies nach Auffassung desBdV-Landesvorsitzenden durchaus ein wachsendes Umdenken in unserem Nachbarland zu einer versöhnlichen Verständigung mit den über 3 Millionen vertriebenen Sudetendeutschen.

Text: Norbert Quaiser; Fotos: Erika Quaiser
Im Februar 2013