Dr. Pepi Erben - eine sudetendeutsche Ski-Legende wurde 85

In den schneereichen und frostklirrenden Wintermonaten hält das Bild unserer Heimat wohl die meisten von uns in besonderer Weise gefangen und längst verschüttet geglaubte Erinnerungen tauchen vor uns auf.

Die Geschichte des Skisports in unseren Heimatgebieten ist ein Kapitel, das lange Jahre in der deutschen Sportgeschichte im allgemeinen und in der Sportgeschichte unserer Heimat im besonderen kaum oder nur lückenhaft behandelt wurde. Dabei wäre genug Stoff dafür vorhanden um mehrere Bücher zu schreiben.

Dr. Pepi Erben hat mit seinem Buch: "Die skisportlichen Erfolge der Sudetenjugend 1939 - 44" - "Stolze Erinnerungen II" diese empfindliche Lücke geschlossen. Wer weiß noch, dass z.B. der aus Petzer im Riesengebirge stammende Gustl Berauer 1939 erstmals in die Phalanx der bis dahin ungeschlagenen Skandinavier in der Nordischen Kombination eingedrungen ist und dann in Zakopane als erster Mitteleuropäer Weltmeister in dieser Disziplin wurde?

Der Riesengebirgler Pepi Erben wurde am 18. Jänner 1928 in Rennerbauden, auf der böhmischen Seite des Riesengebirges geboren. Er lebt heute als angesehene Persönlichkeit im hessischen Taunusstädtchen Usingen.

Bereits als 15-Jähriger wurde er Reichsjugendsieger in der alpinen Kombination und seine Erfolge - nach der Vertreibung in völlig neuer Umgebung und mit oft primitiver Ausrüstung errungen - sind eine Erfolgsgeschichte: er gewinnt u.a. 16 Hessische Meisterschaften, zehn Schwarzwald-, zwei Schwäbische, eine Bayerwald- und drei Harzer Meisterschaften, außerdem neun Deutsche- und drei Schweizer Hochschulmeisterschaften. 1952 Teilnehmer der Olympischen Winterspiele in Oslo, 1955 zweifacher Studentenweltmeister in Sarajevo und Sieger in zahlreichen nationalen und internationalen Rennen. Vom DSV wird Erben als Trainer nach Island und Marokko berufen.

Besonderer Dank aber gebührt Erben für sein "Nachwort" in seinem Buch.
"Die Sudetendeutschen und ihr Schicksal" ist darin ein Kapitel überschrieben, in dem er sachlich die Geschichte der Sudetenländer beschreibt. "Die halbe Wahrheit ist des Teufels, nur die ganze Wahrheit führt zu Gott!"

Die hessische SL-Landesgruppe wünscht dem Jubilar noch viele schöne Jahre in bester Gesundheit.

Text: Alfred Herold; Foto: Herta Konrad
Im März 2013