Höhepunkt der Woche:
Tschechischer Premierminister in München

Klare Worte der Versöhnung und Verständigung

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft Siegbert Ortmann, gleichzeitig hessischer BdV-Landesvorsitzender, fasst seine Eindrücke vom Besuch des Tschechischen Premierministers in München zusammen

Im festlichen Rahmen des Antiquariums der Münchner Residenz hatte der Bayerische Ministerpräsident zu Ehren seiner Exzellenz des tschechischen Premierministers Petr Necas am Mittwochabend zu einem Abendessen eingeladen und über 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft, den Kirchen und Verbänden waren gekommen. Darunter auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft Siegbert Ortmann, gleichzeitig hessischer BdV-Landesvorsitzender. Horst Seehofer zeigte sich sichtlich erfreut über diese festliche Tafelrunde und nannte die Begegnung mit den tschechischen Gästen einen bedeutenden Meilenstein in den Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien. Der hohe tschechische Gast erwähnte in einer kurzen Tischrede die gemeinsame Vergangenheit und Zukunft der Menschen in den beiden Nachbarländern. "Uns verbindet doch mehr als uns trennt", lautete sein Credo und erhielt dafür viel Applaus.

Beim anschließenden Stehempfang im prachtvollem Kaisersaal genoss der tschechische Premierminister sichtlich das "Bad in der Menge". Aufmerksam wurden seine Gespräche mit Vertretern der Sudetendeutschen Landsmannschaft, besonders mit dem Europaabgeordneten Bernd Posselt, registriert.

Seinen großen, historischen Auftritt hatte Ministerpräsident Necas dann aber am Donnerstagmorgen mit seiner Rede vor dem Bayerischen Landtag. Sehr ausführlich ging er auf die gemeinsamen Wurzeln von Tschechen und Deutschen ein sprach wörtlich von einer "Schicksalsgemeinschaft" unter diesen Völkern. Ganz auf Versöhnung sagte er weiter wörtlich: "Wir bedauern, dass durch die nach dem Kriegsende erfolgte Vertreibung sowie zwangsweise Aussiedlung der Sudetendeutschen aus der damaligen Tschechoslowakei, die Enteignung und Ausbürgerung unschuldigen Menschen viel Leid und Unrecht zugefügt wurde, und dies auch angesichts des kollektiven Charakters der Schuldzuweisung."

Necas schloss seine Rede mit dem Appell: "Lasst uns unterschiedliche Ansichten, neue Themen oder Hindernisse nicht fürchten, die auf diesem Weg warten. Lasst uns auf diesem Weg gemeinsam ausharren, wegen unserer Vorfahren und im Interesse unserer Nachkommen". Nach diesen beeindruckenden Worten, die den hessischen BdV-Landesvorsitzenden, der selbst Heimatvertriebener der Erlebnisgeneration ist, sehr bewegt haben, erhoben sich alle Zuhörer im Plenarsaal des Landtags von ihren Plätzen und spendeten dem tschechischen Gast lang anhaltenden Beifall für seine klaren Aussagen.