Presseinformation

Bund der Vertriebenen braucht überzeugendes Zukunftsprogramm

Gedankenaustausch der BdV-Landesverbände Hessen und Baden-Württemberg

Im Rahmen verbandsinterner Kontaktgespräche trafen sich am Mittwoch im "Haus der Heimat" in Wiesbaden die BdV-Landesvorsitzenden von Hessen, Siegbert Ortmann und Arnold Tölg, Baden-Württemberg, zu einer intensiven Aussprache über ihre derzeitigen und zukünftigen Verbandsaktivitäten. Dabei wurde ganz schnell klar, daß die damit verbundenen Probleme überall die gleichen sind. Das beginnt bei den ernsthaften Nachwuchssorgen in den Führungsebenen und endet bei der Erstellung attraktiver Zukunftsthemen für die Verbandsarbeit. "Geeignete Problemlösungen sind insoweit nicht aus "den Ärmeln zu schütteln", sondern erfordern Beharrlichkeit und viel Geschick im Umgang mit den immer älter werdenden Verbandsmitgliedern", stellte Siegbert Ortmann fest und konnte in diesem Zusammenhang auf die gerade erst geführten Diskussionen über eine neue hessische Verbandssatzung anläßlich des jüngsten BdV-Landesverbandstages verweisen.

Den Schlüssel für eine geeignete Zukunftsperspektive ihrer Verbände sehen die beiden BdV-Landesvorsitzenden im Werben jüngerer Mitglieder der "bekennenden Generation" und deren Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit in der politischen Verbandsführung. "Mit überzeugten und begeisterten Folklore- und Brauchtumsexperten aus den eigenen Reihen können wir die vorhandenen Nachwuchssorgen in den BdV-Führungsgremien nicht "stemmen", vielmehr gelte es, junge Menschen von unserem Tun zu begeistern", forderte Arnold Tölg. Dazu bedürfe es eines attraktiven BdV-Zukunftsprogrammes mit interessanten Themen, um - wie ein "Magnet" - neue Mitglieder anzuziehen. Es gelte auch der weit verbreiteten Ansicht entgegenzuwirken, dass die derzeitige anerkannte BdV-Verbandsarbeit "neben der Gesellschaft" einhergehe und deshalb nicht mehr ernsthaft wahrgenommen werde. Ein überzeugendes Zukunftsprogramm wäre erforderlich, so die einhellige Auffassung der beiden BdV-Landesvorsitzenden.

An geeigneten Themen mangele es nicht, nur müßten die meisten zeitgemäß formuliert und mit politischen Postulaten versehen werden. In diesem Zusammenhang dürfe auch eine Namensänderung nicht tabu sein, zumal inzwischen mit den Aussiedlern und Spätaussiedlern neue Mitgliedsstrukturen flächendeckend entstanden seien. Den Garanten für eine Zukunftsperspektive des Bundes der Vertriebenen sehen die beiden Landesvorsitzenden nach wie vor in 96 BVFG. Danach sind Bund und Länder weiterhin verpflichtet, das Kulturgut der Vertreibungsgebiete im Bewußtsein der Vertriebenen, des deutschen Volkes und des Auslandes zu erhalten.

Hierzu bedürfe es vor allem auch eines ständigen Einwirkens auf die nationale und internationale Politik zum Abbau von Vorurteilen auf allen Seiten. Dringend erforderlich wäre eine Aufarbeitung aller schwierigen aktuellen Themen im Zusammenhang mit Vertreibungen von Menschen aus ihren angestammten Heimatgebieten sowie der weltweiten Ächtung von Vertreibungen.

Text: Norbert Quaiser; Fotos von Siegbert Ortmann
Im März 2013