Presseinformation

15 Jahre Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds und Gesprächsforum

Deutsch-tschechisches Verhältnis so gut wie noch nie

An der Festveranstaltung zur 15-jährigen Tätigkeit des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums mit dem tschechischen Außenminister Karel Schwarzenberg in Berlin, nahmen für die Sudetendeutsche Landsmannschaft die beiden stellvertretenden Bundesvorsitzenden Siegbert Ortmann und Steffen Hörtler teil.

Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds und das Deutsch-Tschechische Gesprächsforum wurden seinerzeit als Ergebnis der Deutsch-Tschechischen Erklärung ins Leben gerufen und nahmen 1998 ihre Tätigkeit auf. Sie erhielten von den Regierungen beider Staaten den Auftrag, das durch die gemeinsame, durchaus auch schwierige Geschichte belastete bilaterale Verhältnis mittels der Förderung gemeinsamer Projekte und der Initiierung eines breiten gesellschaftlichen Dialogs zu verbessern und auszubauen.

Die Tätigkeit des Zukunftsfonds war zunächst auf zehn Jahre angesetzt. Im Jahre 2007 beschlossen die Regierungen beider Länder, auch weiterhin in die Zukunft einer guten Nachbarschaft zu investieren und sicherten Deutschland und Tschechien weitere zehn Jahre Projektförderung zu. Seitdem hat der Zukunftsfonds rund 7.500 Projekte finanziert und das Gesprächsforum jedes Jahr Diskussionen zu aktuellen Themen veranstaltet. Wie die Vorsitzende des Verwaltungsrates Kristina Larischova bei ihrem Grußwort feststellte, ist in den vergangenen 15 Jahren viel geleistet worden, dennoch gebe es weiterhin Herausforderungen, vor denen beide Staaten als Partner und Nachbarn im vereinten Europa stünden.

Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg ging in seiner Festrede, die er in deutscher Sprache hielt, auf die europäischen Facetten der bilateralen Abkommen ein und forderte weitere Kraftanstrengungen von allen, nicht nur den Politikern, um das dauerhafte Fundament für ein geeintes Europa zu errichten. Dabei gehe es nicht nur um die europäische Währung, sondern um eine gerechte und dauerhafte europäische Friedensordnung.

Aus der Diskussionsrunde beeindruckte die Vertreter der Sudetendeutschen Landsmannschaft vor allem das Engagement des Direktors der Bürgervereinigung Antikomplex, Ondrej Matejka, der als Mitinitiator die durch zahlreiche Länder gewanderte Ausstellung " Das verschwundene Sudetenland" von sich reden machte. Nur in seinem Redebeitrag kam übrigens der Begriff "Sudetendeutsche" ausdrücklich vor. Matejka berichtete von beachtlichen Aktivitäten an tschechischen Schulen, die sich um die Entwicklung des Kulturerbes im ehemaligen Sudetenland bemühen.

Das Schlußwort fiel dem Vizepräsidenten des Internationalen Ausschwitz Komitees, Prof. Dr. Felix Kolmer zu, der unter dem Beifall aller Gäste die Beziehungen zwischen Deutschland und Tschechien als "so gut wie noch nie" bezeichnete.

Text: Norbert Quaiser; Fotos: Dirk Enters
Im Juni 2013