Das Jahrbuch Weichsel-Warthe 2014 ist erschienen

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Das 60. Jahrbuch ist erstellt! Themenschwerpunkt ist das Jubiläum des Jahrbuchs, das nun zum 60. Mal seit dem Jahr 1955 erschienen ist. Aus diesem Grunde zeigt das Titelbild des Jahrbuchs eine große Auswahl an Vorderseiten vergangener Jahre mit dem Hinweis auf das Jubiläum. Auch das Kalendarium nimmt sich des Titelthemas an und zeigt auf den Monatsseiten Bilder mit Brückenmotiven aus dem LWW-Gebiet, denn seit mehr als 50 Jahren gilt das Motto "Brücke der Verständigung" für die Landsmannschaft Weichsel-Warthe. In einem gesonderten Text zu den Vignetten stellt Dr. Sprungala die Hintergründe dar.

Das obligatorische geistliche Wort schrieb in diesem Jahr Dr. Johannes Launhardt zum Thema "Brücke der Verständigung". Dr. Martin Sprungala erinnert in seinen Nachrufen an die verstorbenen Mitarbeiter der LWW, den ehemaligen stellvertretenden Bundessprecher und langjährigen Vorsitzenden des Hilfskomitees der ev.-luth. Deutschen aus Polen, Georg Sichler, und an die Landesvorsitzende von Sachsen, Ingrid Taubert.

Auch dieses Jahr ist Sibylle Carlhoff, die hoch betagt im Jahr 2013 verstarb, mit dem Gedicht "Was bleibt" vertreten, das an sie erinnern soll. Auch das Gedicht "Mehr Frieden und weniger Streit" von Maria Eichel () soll die Lebensweisheit eines schweren Lebens für die Nachwelt darstellen.

Zwei Beiträge blicken zurück auf die Zeit vor 100 Jahren. Den Auftakt macht wie seit Jahren Götz Urban, der auch in diesem Jahr "Aus den Posener Heimatgrüßen 1913" seines Großvaters Superintendent Arthur Rhode zitiert.

Auch Dr. Helmut Neubach betrachtet die Zeit kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs und seine Entwicklung in der Provinz Posen mit dem Beitrag "Vor 100 Jahren in Posen: Ein neuer Oberpräsident (Hans v. Eisenhart-Rothe) und ein neuer Erzbischof (Eduard Likowski)".

Die folgenden Beiträge behandeln die Erfolge der aktuellen Arbeit der LWW und ihrer Gliederungen und die diesjährige Bundeskulturtagung in Langenselbold. Wilhelm Tappert berichtet über die "Aufstellung eines Gedenksteines in Antonienhof" im Kreis Kolmar, ein Dorf, das heute nicht mehr existiert. Zusammen mit Martin Sprungala stellt der Nachfahre Dr. Heiko Freiherr v. und zu Massenbach das Leben und "Gedenken an Christian Freiherr von und zu Massenbach in Bialokosch" vor, das im Jahr 2013 feierlich in Pinne und Bialokosch begangen wurde.

Bei der Bundeskulturtagung referierte der in Lviv (Lemberg) lebende Doktorand Hans-Christian Heinz in "Die Ukraine - Anmerkungen zu einem Land und seiner Geschichte" über seine Wahlheimat und stellte viele interessante und vielen unbekannte Aspekte der Geschichte dieser fernen Landschaft vor.

Der Kulturreferent der Galiziendeutschen verfaßte einen zur Thematik passenden Beitrag mit dem Thema "Geschichte bewahren - So hat sie Zukunft". Er stellt darin die großen Leistungen der kleinen Siedlungsgruppe der Galiziendeutschen vor und zieht ein positives Resümee.

In diese Thematik paßt auch sehr gut der Arbeitsbericht von Klaus Steinkamp "Würde und Identität zurückgeben. Denkmalsweihe für zerstörte Gotteshäuser in Kolmar". Es geht um die Vergangenheit, aber auch die Arbeit für die Zukunft, die nur möglich ist mit dem Wissen um die Geschichte.

Wilfried Gerke greift mit "Deutsche aus Polen in Hessen" die bereits in früheren Jahren bearbeitete Beziehung zwischen Polen und Hessen auf und vertieft diese Betrachtungen.

Mit seiner eher sentimentalen Betrachtung "Das verlassene Haus" stellt Alfred René Ast die Erfahrungen der Deutschen dar, die nach vielen Jahren in ihre alte Heimat zurückkehren.

Vielen dürfte "Ernst Stewner: Fotograf in Posen, Unternehmer in Nienburg an der Weser" namentlich nicht bekannt sein, aber wer die LWW-Literatur kennt, die alten "Posener Stimmen", der erkennt sofort den typischen Stil von Ernst Stewner. Das Leben des aus Wolhynien stammenden, lange in Posen und Niedersachsen lebenden Unternehmers stellen seine Kinder Miriam Arani und Dr. Frank Stewner mit zahlreichen Bildern dar.

"Erinnerungen an das Gut Orlowo im Kreis Hohensalza" zeichnen ein Bild aus fernen Tagen. Der bereits vor Jahren verstorbene Werner von Beyme schrieb sie nieder, kommentiert von Günther Raatz, kann der Leser in eine ferne Vergangenheit zurück schauen. Mit diesem Beitrag ist erneut ein Stückchen Geschichte vor dem Vergessen gerettet worden.

Heutzutage bekommt man in Deutschland vielerorts polnische Produkte zu kaufen und oft hört man auch von polnischem Bier, doch wer weiß schon von "Zywiec - habsburgische-galizische Wurzeln eines polnischen Bieres", die Harald Schäfer freilegt. Um Wurzeln geht es auch in dem Artikel von Rolf Stolz, um die "Wurzeln im Osten", die seiner Familie.

Prof. Dr. Erich Müller hat aus seiner langjährigen Erfahrung die kleine Geschichte "Wie ein galizischer Judenjunge von Hitler ausgezeichnet wurde" niedergeschrieben, die sogar durch ihre Darstellung im Fernsehen noch einen heutigen Zeitbezug hat.

Martin Sprungala beschreibt in "Eine genossenschaftliche Molkerei als Rückgrat deutscher Bauern" die Bedeutung zur Selbsthilfe der deutschen Minderheit in Polen, was durchaus bis heute seine Auswirkungen und Berechtigung hat, mittels der Landsmannschaft Weichsel-Warthe die eigene Geschichte und Kultur zu wahren, zu erforschen und pflegen.

Große Mühe und Quellenarbeit hat Elfriede Eichelkraut nicht gescheut, um über "Deutsche Volksschullehrer im Kreis Lipno" zu berichten. Die Quellen sind alle da, aber seit vielen Jahren ungenutzt, da sich kaum jemand für dieses Thema interessiert, dabei kamen die Lehrer im Dobriner Land sogar aus dem fernen Münsterland hierher.

Auch die Arbeit an 60 Jahren Jahrbücher ist eine Form der Geschichtsschreibung, doch leider nur sehr selten findet man diese Form der Erinnerung in der Vergangenheit. Ein besonderes Interesse fand "Geschichtsschreibung als bürgerliche Tradition in Fraustadt (Wschowa)", der alten Posener Grenzstadt nach Schlesien, in der von der Gründung bis 1945 fast nur Deutsche lebten.

Der Germanist Prof. Dr. Roman Dziergwa aus Posen erinnert an "Die jüdische Gemeinde in Ostrzeszów/ Schildberg". Auch die Juden waren eine wichtige, eine der drei Bevölkerungsgruppen in Polen.

Harald Schäfer hat auch in diesem Jahr einen unbekannten Bekannten aus dem Posener Land ausfindig gemacht, einen Mann, der für seine Arbeit im wahrsten Sinne des Worte in jedermanns Munde ist: "Die Tablette mit der Kerbe - der Erfinder dieser Idee stammt aus der Provinz Posen".

Den Jahresabschluß dieses Jahres bildet die Geschichte "Weihnachten im Ausland" von Margarete Schönfeldt.

Es folgen traditionell die Autorenkurzbiographien, die Anschriften der LWW-Organisationen und Einrichtungen sowie Schrifttumhinweise.
Das Jahrbuch 2014 ist - wie immer - sehr vielschichtig und bietet aus der Geschichte, unserer Kultur und unseren Siedlungsgruppen etwas und ist daher auch weiterhin für jeden Heimat- und Geschichtsinteressierten empfehlenswert.

Der Bezugspreis beträgt für das Einzelexemplar 10,50 (europäisches Ausland und Übersee 13,50 ), bei Abnahme von 3-9 Exemplaren je 9 und von mehr als 10 Exemplaren je 8,45 . Verwenden Sie bitte den Überweisungsvordruck und überweisen Sie den Bezugspreis oder fordern Sie Exemplare bei der Landsmannschaft Weichsel-Warthe, Bundesverband e.V., 65185 Wiesbaden, Friedrichstr.35 III., Tel. 0611/379787 gegen Rechnung an.

Dr. Martin Sprungala

Im Oktober 2013