Presseinformation

Gemeinsame Ziele - gemeinsames Handeln

Arbeitstagung des hessischen Bund der Vertriebenen (BdV) in Wiesbaden

Der hessische BdV-Landesvorstand hatte kürzlich zu einer Arbeitstagung nach Wiesbaden eingeladen. Mit Vorstandsmitgliedern und weiteren Verantwortlichen des in Hessen mitgliederstärksten Kreisverbands Groß-Gerau sollten aktuelle Entwicklungen besprochen sowie Verbesserung der Kommunikation überlegt werden. Dabei regten die Teilnehmer an, zu aktuellen Anlässen solche Diskussionsrunden auch in Zukunft zu veranstalten.

Landesvorsitzender Siegbert Ortmann bekräftigte zunächst seine Einschätzung, dass die alleinige Verbandsbezeichnung "Bund der Vertriebenen" in Zukunft nicht länger zu halten sein wird, wenn nämlich die Erlebnisgeneration der Vertreibungen von 1945/46 erloschen ist.

Ein dringendes Anliegen ist ihm ferner, dass sich der Bund der Vertriebenen in der aktuellen Europäischen Flüchtlingsfrage einheitlich positioniert. Das sollte dem BdV aus eigener Erinnerung und Verantwortung nicht schwer fallen. Dieser Appell sei als eine Handlungsaufforderung an Europa zu verstehen, eine Politik zu entfalten, die den sozialen Frieden aller Kriegsopfer und Notleidenden der Gegenwart einigermaßen sichern.

Ortmann kündigte Gespräche mit den BdV-Landesverbänden Thüringen, Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen an, um ein Netzwerk der gemeinsamen Interessen zu knüpfen. Im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst soll nachgefragt werden, wie die Vertreibungsgeschichte an hessischen Hochschulen behandelt wird. Jeder im Verband ist dazu eingeladen.

Breiten Raum nahmen die Gespräche über die Ausstellung "Fragen an die deutsche Geschichte" im Berliner Dom, die Bundesstiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" sowie die Dauerausstellung im Haus der Geschichte in Bonn ein. Bei der Ausstellung im Berliner Dom - so berichten Besucher - wird die Vertreibung nicht benannt, sondern lediglich von Flucht soll die Rede sein. Beim Konzept der Bundesstiftung wird kritisiert, dass als Ursache für die Vertreibung der Deutschen im Wesentlichen allein Hitler und der Zweite Weltkrieg genannt werden. Die unwürdige Darstellung der Vertreibung in der Ausstellung der Geschichte in Bonn werden demnächst Repräsentanten vom BdV Groß-Gerau und dem Landesverband vor Ort untersuchen und für Abhilfe sorgen.

Eine gute Nachricht hatte der Landesvorsitzende bis zum Schluß aufgehoben:
eine zweite Auflage des Buches "Hessen und die Vertriebenen" von Dr. Rolf Messerschmidt wird derzeit fertig gestellt. Damit stehen besonders der nachgeborenen Generation wieder Informationen zur Verfügung, über die in den Schulen zu wenig gesprochen wird.

Mit der Bitte an die Tagungsteilnehmer "verstärkt Öffentlichkeitsarbeit zu leisten und nicht zu resignieren" beschloß der Landesvorsitzende das nützliche Treffen.

Norbert Quaiser; Foto: Helmut Brandl
Im März 2014