Presseinformation

"Hessen und die Vertriebenen" als Unterrichtsmaterial über Vertreibung
und Eingliederung in Neuauflage erschienen

Rudolf Friedrich, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung "Vertriebene in Hessen", stellt die zweite Auflage im "Haus der Heimat" in Wiesbaden vor

Hessen gilt heute als ein Musterland nachkriegsdeutscher Eingliederungspolitik. In einem relativ kurzen Zeitraum schaffte es das noch junge Bundesland, das von der amerikanischen Besatzungsmacht aus drei verschiedenen Landesteilen neu zusammengesetzt wurde, angestammte Bevölkerung und neu Zugezogene in ein neues Gemeinwesen einzubinden.

Die Stiftung "Vertriebene in Hessen" bietet Schulen in Hessen Lehrmaterial über Vertreibung und Eingliederung an und hofft, dass mit einer vertiefenden Unterrichtsbehandlung die Erinnerung an das Schicksal der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler wachgehalten wird; es soll angesichts der heutigen weltweiten Vertreibungen als Mahnung wahrgenommen werden.

Im Rahmen einer Sitzung des geschf. hessischen BdV-Landesvorstandes hat gestern der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung "Vertriebene in Hessen", Rudolf Friedrich, der auch erster Landesbeauftragter der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene war, über das Projekt berichtet. Das Buch trägt ein Grußwort des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier.

Rudolf Friedrich informierte darüber, dass die Stiftung als Herausgeber das Buch "Hessen und die Vertriebenen" jetzt als 2. Auflage veröffentlicht hat. Mit dem Buch wird durch den Historiker Dr. Rolf Messerschmidt wissenschaftlich fundiert der Beitrag der Vertriebenen zur erfolgreichen Entwicklung des Landes Hessen dargestellt. Einige der politisch bewertenden Aussagen der ersten Ausgabe, die stark kritisiert wurden, sind erfreulicherweise korrigiert worden.

Friedrich wies aber auch darauf hin, dass die jetzt erschienene Zweitauflage an mehreren Stellen ergänzt und präzisiert wurde. So wurde z.B. verdeutlicht, dass nicht im Nationalismus, sondern "seit dem frühen 20. Jahrhundert" die Sudetendeutschen politisch zusammenwuchsen. Friedrich machte auch auf eine sehr wichtige Ergänzung zur Volksabstimmung in Oberschlesien aufmerksam. Und schließlich wurde in der Neuausgabe des Buches aus der früheren mißverständlichen Formulierung eines "vermeintlichen Heimatrechts", jetzt ganz klar ein "gewünschtes Recht auf die Heimat", betonte Friedrich.

Zusammen mit dem Buch, hat die Stiftung "Vertriebene in Hessen" den Schulen auch den Film "Der Ruf der Zarin" überreicht.

Dieser, ebenfalls von der Stiftung projektierte Film, schildert die Auswanderung von Hessen nach Russland und die Rückkehr ihrer Nachkommen. Er kann zum besseren Verstehen der Deutschen aus Russland dienen und Hilfe für eine erfolgreiche Integration bieten.

Das Buch und der Film wurde 293 fortführenden Schulen in Hessen übergeben mit dem Hinweis, dass weitere Exemplare beim Hessischen CompetenceCenter in Wiesbaden kostenlos angefordert werden können.

Friedrich verwies auch darauf, dass die 1997 gegründete Stiftung "Vertriebene in Hessen" u.a. Maßnahmen der Erinnerungskultur zu Flucht und Vertreibung fördert. Im Vordergrund der Stiftungsarbeit steht die Aufgabe, die Integrationsgeschichte der Vertriebenen wissenschaftlich aufzuarbeiten sowie deren Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit, insbesondere jüngeren Menschen, vorzustellen.

Die Materialien können über Beschaffungen@hcc.hessen.de bestellt werden.
Die Aufgaben der Stiftung sind unter www.svih.de formuliert.

Text: Norbert Quaiser; Fotos: Erika Quaiser
Im August 2014