Europäische Union baut auf Solidarität

Bund der Vertriebenen in Hessen zu Gast beim Europaparlament

Straßburg: Auf Einladung des Europaabgeordneten Thomas Mann besuchten der hessische BdV-Landesvorsitzende Siegbert Ortmann (Lauterbach) und sein Stellvertreter Georg Stolle (Bensheim) zu Beginn dieser Woche das Europäische Parlament in Straßburg. An diesem Treffen, bei dem vor allem um die gegenwärtige Flüchtlingssituation in Europa ging, nahm auch das langjährige ehemalige Mitglied des Europäischen Parlaments Bernd Posselt (München) als exzellenter Kenner der europäischen Flüchtlingsproblematik teil. Gleich zu Beginn der rund dreistündigen Gesprächsrunde war für den Gastgeber Thomas Mann die Feststellung extrem wichtig, dass die 28 EU-Mitgliedsstaaten bei der notwendigen Ausnahme sowohl von Flüchtlingen als auch von Asylbewerbern unbedingt Solidarität zeigen müssten. Es könne doch nicht sein, dass in diesem Zusammenhang nur ganz wenige Länder weiterhin die eigentlichen "Lastenträger" seien und es deshalb schnellstens zu einer gerechten, quotenmäßigen Verteilung der Flüchtlingsströme auf die einzelnen Mitgliedssaaten kommen müsse, so der Europapolitiker Thomas Mann. Posselt wies darauf hin, dass sich jedweder Egoismus in der EU niemals auszahle und er verlangte für einen gerechten Quotenverteilungsschlüssel die Berücksichtigung der Einwohnerzahlen in den Mitgliedsländern sowie die Berücksichtigung des jeweils vorhandenen Sozialprodukts. Im Übrigen unterstütze die Europäische Union schon seit Jahren einige der Herkunfts- und Transitländer vor allem im nahen Osten mit erheblichen finanziellen Mitteln zur Schaffung besserer Lebensbedingungen und damit Hilfe "vor Ort" mit dem Ziel eines spürbaren Eindämmens der großen Flüchtlingsströme, so Posselt. Für die beiden Vertriebenenvertreter aus Hessen, die schon seit langen in der menschenwürdigen Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern eine herausragende "europäische Angelegenheit" sehen, brachte die informative Gesprächsrunde mit den Europapolitikern in Straßburg die klare Erkenntnis, dass Entscheidungsprozesse bei den EU sich immer sehr langwierig gestalten, dann aber hoffentlich auch nachhaltig für alle Menschen in Europa sind.

Text und Foto: Siegbert Ortmann
Im Februar 2015