BdV-Landesverband Hessen tagt in Darmstadt

Besuch im Zentrum der Deutsch-Balten

Der geschäftsführende Vorstand des Landesverbandes des Bundes der Vertriebenen (BdV) Hessen traf sich Anfang Juli 2015 routinemäßig zu seiner vierteljährlichen Sitzung. Dazu kam man dieses Mal im Zentrum der Deutsch-Balten, einer alten Jugendstilvilla, in Darmstadt zusammen.

Das Vorstandsmitglied der Deutsch-Baltischen-Gesellschaft, Christian Donath, begrüßte die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes des BdV-Landesverbandes Hessen e.V. in einem der schönen Repräsentationsräume für Tagungen und Konferenzen im Erdgeschoß.
BdV-Landesvorsitzender Siegbert Ortmann dankte der Deutsch-Baltischen-Gesellschaft, dieses interessante Haus im Rahmen einer BdV-Tagung kennen lernen zu dürfen.

Den Erläuterungen Donath´s zufolge wurde die denkmalgeschützte, imposante Villa "Haus Haardteck" am Darmstädter Herdweg im Jahr 1898 nach Plänen von Heinrich Metzendorf gebaut. Der Bensheimer Architekt verband im ausgehenden 19. Jahrhundert die Elemente des Historismus mit dem damals neuen Jugendstil. Besonders schöne Details sind das Sandstein-Relief auf der Eingangsseite mit einem Drachentöter als Motiv, der kleine Brunnen im Hof sowie zahlreiche Details im Inneren.

Bis 1943 wurde die Villa als privates Wohnhaus genutzt, danach diente sie als Sitz verschiedener Dienststellen und ab 1952 als Altersheim des DRK. 1983 übergaben die Eigentümerfamilien Zinkann und Hector das Objekt den Deutsch-Balten. Seither wird es als Tagungs- und Begegnungszentrum vielfältig genutzt. Die Deutsch-Baltische Gesellschaft e.V. (DBGes) wurde 1950 als Deutsch-Baltische Landsmannschaft e.V. gegründet, eine Vereinigung der Deutschbalten aus Estland und Lettland.

Zurzeit hat die DBGes neun Landesverbände sowie fünf weitere Vereine als Mitglieder (die Carl-Schirren-Gesellschaft, den Deutsch-Baltischen Kirchlichen Dienst, den Deutschbaltischen Jugend- und Studentenring, den Verein Baltische Baudenkmäler und die Genealogische Gesellschaft). Mehrere Kulturvereine in Lettland und Estland haben sich ihr als assoziierte Mitglieder angeschlossen. Über 70 Personen sind der DBGes als Einzelmitglieder beigetreten.

Die Patenstadt Darmstadt (seit 1962) und das Patenland Hessen (seit 1990) unterstützen die Brückenfunktion der Deutsch-Baltischen Gesellschaft zum Baltikum, wofür die DBGes allen Beteiligten herzlich dankt. Aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages werden Projekte der DBGes auch von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gefördert.

Neben den Veranstaltungen der Deutsch-Baltischen Gesellschaft steht das Haus mit sehenswerten Garten zu verschiedenen Anlässen, so für Tagungen, Seminare, Vereinsversammlungen, Ausstellungen, Konzerte, Familienfeiern und gemeinsame Veranstaltungen mit der Stadt Darmstadt zur Verfügung. Die Öffnung des Hauses für Kunst und Kultur auch für Außenstehende ermöglicht den Deutsch-Balten die finanzielle Unterhaltung dieses schönen Gebäudekomplexes.

Text: Helmut Brandl
Im Juli 2015