Von der DSAP zur Seliger-Gemeinde

Wanderausstellung zur Geschichte der Sudetendeutschen Sozialdemokratie

Main-Kinzig-Kreis. - Landrat Erich Pipa eröffnete am vergangenen Dienstag die Ausstellung: "Von der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP) zur Seliger Gemeinde" im Bürgerportal des Main-Kinzig-Forums. Die Präsentation vermittelt auf über 40 Schautafeln einen Einblick in die Geschichte der Sudetendeutschen Sozialdemokratie vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Die Wanderausstellung wurde von der Deutschen Seliger-Gemeinde ins Leben gerufen und unter anderem schon im Hessischen Landtag in Wiesbaden sowie in München und im tschechischen Aussig gezeigt. Auf Impuls der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Kreisgruppe Gelnhausen, wird sie bis zum 3. September im Main-Kinzig-Forum zu sehen sein.

Die Ausstellung ist der sudetendeutschen Sozialdemokratie gewidmet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde auf dem damaligen Gebiet von Böhmen, Mähren und Schlesien die neue "Tschechoslowakische Republik" gegründet. Es war ein Vielvölkerstaat, in dem Tschechen, Slowaken, Polen, deutsche und andere Nationen lebten. Josef Seliger gründete dort im Jahr 1919 die Deutsche Sozialdemokratische Partei. Er kämpfte vor allem für das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen. In den Jahren des Nazi-Regimes traten die Sozialdemokraten als Verteidiger des tschechoslowakischen Staates gegen Hitler auf. Doch mussten viele ins Exil fliehen und Etliche wurden in Konzentrationslagern ermordet. Die deutschsprachigen Gebiete wurden im Verlauf des Zweiten Weltkrieges dem Deutschen Reich angeschlossen. Nach Kriegsende wurden über drei Millionen Sudetendeutsche aus ihrer Heimat vertrieben. Auch im Gebiet des heutigen Main-Kinzig-Kreises haben viele Heimatvertriebene eine Bleibe gefunden.

"Es ist eine Geschichte von Unterdrückung und Schikane, von Verfolgung und Vertreibung, aber auch von Mut und Idealismus sowie von Aussöhnung und Zusammenhalt, die mit dieser Ausstellung in Erinnerung gerufen wird", sagte Landrat Erich Pipa. Er dankte dem Bund der Vertriebenen und den Sudetendeutschen Landsmannschaften, die an die brutalen Vertreibungen im 20. Jahrhundert erinnern und "durch deren Aktivitäten wir auch die gelungene Integration wahrnehmen".

Neben zahlreichen Ehrengästen waren auch Siegbert Ortmann, Mitglied der Bundesversammlung und stellvertretender Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft in München sowie Mitglied des Sudetendeutschen Rates und Landesvorsitzender des Bundes der Vertriebenen in Hessen sowie Bernd Klippel von der Sudetendeutschen Landsmannschaft (Kreisgruppe Gelnhausen) und Ausstellungsmacher Karl Garscha aus München von der Bundesgeschäftsstelle der Seliger Gemeinde nach Gelnhausen zur Ausstellungseröffnung gekommen.

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Main-Kinzig-Forums, Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.

Copyright Text und Fotos:
Andrea Sandow Main-Kinzig-Kreis Referat Presse und Information
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Im August 2015