Asylkonvent Hessen konstituierte sich in Wiesbaden

BdV-Landesvorsitzender erinnerte dabei an die ersten angekommenen Flüchtlingstransporte vor 70 Jahren in Hessen

Wiesbaden: Mitte Oktober hatte Ministerpräsident Volker Bouffier einen Asylkonvent der Landesregierung einberufen, zu dessen konstituierender Sitzung über 50 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, den Kirchen und anderen Verbänden der Zivilgesellschaft in die Hessische Staatskanzlei nach Wiesbaden gekommen waren. Angesichts der immensen Herausforderung durch die aktuellen Flüchtlingsströme, in Hessen werden es bis zum Ende des Jahres mindestens 60000 Menschen sein, ist nach Auffassung der Landesregierung breites gesamtgesellschaftliches Handeln gefragt, um mit den vorhandenen Ressourcen auch erfolgreich zu sein.
"Dabei geht es um aktuelle Hilfen und auch um langfristige Perspektiven für die kommenden Veränderungen in unserem Land", so durchaus erwartungsvoll der Regierungschef bei seiner Begrüßung zu diesem Asylkonvent.

Ihm folgten beindruckende Statements der Staatsminister Peter Beuth (Innen und für Sport), Stefan Grüttner (Soziales und Integration), Dr. Thomas Schäfer (Finanzen) und Dr. R. Alexander Lorz (Kultur) zur aktuellen Flüchtlingssituation und deren landesweiten Bewältigung in den Erstaufnahmeeinrichtungen.

Es schloss sich eine lebhafte Diskussion mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten an, wobei aber insbesondere die bisherigen aufopfernden Einsätze der ehrenamtlichen Helfer/innen überall vor Ort immer wieder dankbar gepriesen wurden. Auch der anwesende Landesvorsitzende des Bundes der Vertriebenen in Hessen, Siegbert Ortmann, meldete sich zu Wort und bedankte sich vor allem für die erstklassigen und klaren Informationen ihm Rahmen dieser Veranstaltung durch die Mitglieder der Hessischen Landesregierung. "Mit diesem umfassenden und aktuellen Wissensstand kann den Ängsten und Sorgen bei der Mitbürger sicherlich wirkungsvoller zu einer allgemeinen Befriedung begegnet werden", so Ortmann. Im Übrigen empfinde der BdV mit allen seinen Landsmannschaften durchaus Empathie gegenüber den ankommenden Flüchtlingen, da die deutschen Heimatvertriebenen und Spätaussiedler aufgrund eigenen Erlebens immer daran erinnert werden, was sie selbst erlebt hätten. So sei er z.B. vor nunmehr 70 Jahren in einer eiskalten Februar-Nacht mit einem großen Flüchtlingstransport aus dem Sudetenland in Hessen angekommen und anschließend mit über 300 Menschen fürs erste in einer Turnhalle in Lauterbach auf Strohsäcken notuntergebracht worden.

Nach etwas über 3 Stunden endete diese sicherlich für die meisten Teilnehmer sehr informative Veranstaltung, nachdem zuvor noch einige Arbeitsgruppen mit Detailaufträgen zur Vorbereitung der nächsten Zusammenkunft Anfang Dezember gebildet worden waren.

Text: Siegbert Ortmann; Foto: Hessische Staatskanzlei
Im Oktober 2015